Susn's Webblog

Peking-Ente in Peking

— geschrieben von susanngoeschina @ 02:22

Eigentlich war ich gar nicht so scharf drauf, einmal Peking-Ente zu essen. Und doch muß ich euch berichten, es war unerwarteterweise der Hammer. Das gute Stück wird an den Tisch gefahren und vom Koch in kleine Stücke/Streifen zugeschnitten. Die Haut ist soooo knusprig. Und der Fettgehalt ist, naja sagen wir mal OK. Dann kann man die Ente -wenn man mag- in hauchdünnen Fladenteig (man kann wirklich durch den Teig durchschaun) legen, eine spezielle Sauce mit ein wenig Gurke und anderem Gemüse dazu und das ganze dann mit dem Teig einwickelt. Schmeckt außergewöhnlich und hervorragend. Und weil es so schön war, gehen wir heute am letzten Abend in China gleich nochmal Peking-Ente essen Winken. Außerdem fahren wir heute tagsüber noch einige kulturelle highlights an. 

Vorgestern waren wir in einer kubanischen Bar -> wie bereits schon mal erwähnt: Peking ist zum feiern wirklich optimal. Wow, unendliche Möglichkeiten. 

Aber was solls. Der Abflug ist morgen. Ich wünsche euch ein wunderschönes Weihnachtsfest. Vielmehr wünsche ich euch aber eine fette Silvester-Party. Der Start in das neue Jahr ist wie ich finde sehr wichtig. Schließt die alten Sachen ab, fangt ein frisches Jahr 2009 an und seid oder bleibt glücklich und zufrieden, friedlich und ehrlich zu euren Mitmenschen. Und immer schön dran denken: Eins kann mir keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben . . . 


PS: Liebe

— geschrieben von susanngoeschina @ 11:27

Vorhin ganz vergessen: Unser Artikel zum Thema "Liebe" wurde in der aktuellen Ausgabe veröffentlicht. Ich habe die Zeitung fotografiert und bei flickr.com reingestellt.

 


Weihnachtsfeier und Prinzipien

— geschrieben von susanngoeschina @ 09:32

Dienstag Nachmittag, 17 Uhr, der Hörsaal SJ 18 rockt. Zwei Probleme gab es: 1. Der Wasserkocher zum Glühwein anrichten hat es nicht überlebt. Wir mußten einen neuen organisieren Cool. 2. Problem: Ich bin krank. Ich bin so richtig krank. Mit Fieber, Husten, Schüttelfrost etc. Die ersten Runden habe ich noch Glühwein ausgeschänkt; danach haben mich meine Kräfte verlassen und ich mußte ins Bett. Sehr schade. Den Berichten der anderen nach war es eine lustige Veranstaltung. Ich denke, der Großteil der Studenten hat nie zuvor Glühwein getrunken. Und es hat ihnen geschmeckt. Außerdem haben wir noch einen Fotostream der letzten 4 Monate vorbereitet, die wir auf einer Leinwand als Diashow ablaufen lassen haben. Und natürlich nicht zu vergessen: Weihnachtsmusik. Gut, dass unser lieber Markus für alle musikalischen Fälle gerüstet ist.

Ach ja Leute, eins muss ich euch noch gestehen: In einer meiner letzten Artikel habe ich geschrieben, dass ich für chice Klamotten (Hosenanzüge etc.) zu "jung" bin. Nun ist es doch passiert und ich habe mir einen Hosenanzug schneidern lassen Lachanfall. Wie kam es dazu? Andi hatte ja ohnehin vor, sich Anzüge schneidern zu lassen. Und als wir zur 1. Anprobe waren und ich gesehen habe, wie super edel -und nicht konservativ- die Anzüge aussahen, habe ich mich doch umentschieden. Und das Ergebnis: Ein Traum. Dunkelgrauer, leicht wie Seide fallender Stoff, chice moderne schmal geschnittene Hose mit einer smoking-like aussehenden Jacke.  Ja, ja. Prinzipien sind da, um sie zu ignorieren oder anzupassen Zunge ausstrecken.

Ich denke, dass ich vor meiner Abreise noch 1 bis 2 Artikel schreiben werde. Ich wünsche euch bis dahin noch eine schöne restliche Vor-Weihnachts-Woche. 

Veranstaltung unseres Sino-German-Instituts

— geschrieben von susanngoeschina @ 06:27

Die Studenten unseres Instituts haben wieder mal etwas grossartiges auf die Beine gestellt. Eine riesige Veranstaltung mit ungefaehr 15 Programmpunkten: chinesischer Tanz, Kung-Fu, chinesische Pop-Musik, das Maerchen "Aschenputtel" als lustiges chinesisches Theaterstueck, Stepptanz etc. Und natuerlich unser Auftritt mit dem auf jeder Party vertretenen deutschen Lied "Eins kann uns keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben" Lächeln. Die Tage vor dem Auftritt waren hektisch, da sie (auch) gepraegt waren von staendigen Proben; und waehrend der Proben wurde unsere "performance" immer wieder geaendert, und dann wieder jenes geaendert, und wieder dieses . . . Zwischenzeitlich hatte ich keine Lust mehr, ueberhaupt aufzutreten. Es hat sich allerdings gelohnt -> wir hatten riesen Spass beim Auftritt. Ich bin sooooo stolz auf "meine" Studenten. Mit welcher Hingabe und Freude sie alles organisiert haben . . . .

Am Dienstag veranstalten Markus und ich noch eine Weihnachtsfeier fuer unsere Studenten. Surprise, surprise . . . Unser vorerst letztes Wochenende in Taiyuan steht an und wir werden noch einmal alle kulinarischen Vorzuege geniessen. Naechsten Samstag gehts ab nach Beijing und am darauf folgenden Dienstag von Beijing nach Frankfurt. Unentschieden


Smog und 9./10./11. Dezember 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 03:03

Was heißt eigentlich Smog? Das Wort stammt aus dem engl. und setzt sich aus den Wörtern "smoke" und "fog" zusammen. Smog ist eine Luftverschmutzung, die meistens in Großstädten auftritt. Einfach gesagt, sind zu viele Schadstoffe in der Luft, die komplementär mit diversen meteorologischen und topographischen Bedingungen zu Smog führen. Ein typisches Bild für Smog ist die "Dunst-Glocke" über einer Stadt.

Die Luft in den letzten 3 Tage war in Taiyuan so schlimm, dass Andi und ich uns auf die Suche nach einem Mundschutz begeben haben. Schon mal in einem chinesischen Supermarkt nach Mundschutz gefragt? Cool Hehe. Gar nicht so einfach. Unsere Suche blieb auch erfolglos. Aber gestern haben wir das Objekt der Begierde von einer Studentin bekommen. Sie hat die Schutzmasken aus einer kleinen Arztpraxis auf dem Campus gekauft (1,5 Yuan für einen Mundschutz = 15 Cent). Allerdings wollte ich heute morgen mit dem Ding joggen -> unmöglich; ich dachte, ich muß ersticken. Das Resultat nach dem joggen heute war, dass ich -sorry, jetzt wirds ekelig- grauen, also dreckigen Schleim gespuckt habe. Trainingslager Taiyuan: Wenn du das hier überlebst, haut dich so schnell nix umBesiegelt.

Anfang dieser Woche waren wir bei der Schneiderin, um für Andi einen Anzug schneidern zu lassen, den wir heute abholen können. 80 Euro das gute Stück. Auf die Qualität bin ich sehr gespannt. Ist nicht so einfach, Stoff und Schnitt  auszusuchen. Ursprünglich wollte ich mir auch noch einen Hosenanzug nähen lassen; aber ich fühle mich noch nicht "reif" für diese Klamotten. Hol ich nach, wenn ich "groß" bin Winken.

Das letzte Taiyuan-Wochenende steht vor der Tür. Bei euch steht der 3. Advent vor der Tür. Mir ist keineswegs nach Weihnachten und ich glaube, der mir hier ersparen gebliebene Kultur-Schock wird mich wohl überkommen, wenn ich am 23.12. in Frankfurt lande. 

Qingdao

— geschrieben von susanngoeschina @ 03:18

Deutschland oder Europa mitten in China. Das ist es, was mir spontan zu Qingdao einfällt. Zuerst für euch einige facts zu Qingdao: Hafenstadt am Gelben Meer, Provinz Shandong, Einwohner rd. 7,5 Mio. Von 1897 bis 1914 stand Qingdao unter deutscher Herschaft. Aus dieser Zeit sind viele Bauten erhalten, so z. B. eine Brauerei, die das berühmte 'Tsingtao-Bier" braut, ein Bahnhof, eine protestantische Kirche sowie die Residenz des Gouverneurs.

Wir kommen in Qingdao an und sind mal wieder überwältigt vom boom der Stadt. Man kann das wirtschaftliche Wachstum an den Ausmaßen der Stadt, dem lifestyle der Menschen und am Konsumangebot sehen.  Und trotzdem schafft auch diese Stadt es wieder, Traditionen treu zu bleiben: Straßenverkäufe mit warmen Essen, Tempel, und die typischen Eigenarten der Menschen in ihrem täglichen Leben: rote Ampeln: fuck off!; Spucken auf der Straße: na sicher!; Rülpsen und Schmatzen: na sicher! Laub fegen auch bei Sturm: aber Hallo! . . . 

Wir haben das Wochenende ganz gechillt angehen lassen. Frühstück bei Starbucks, am Strand spazieren gehen und zur Abwechslung mal frische Luft schnappen (mit geringerem CO2-Gehalt in der Luft als in Taiyuan Cool). Von unserem Hotel, das direkt am Strand liegt Lächeln, haben wir einen Stadtplan bekommen, haben uns einige Dinge, die wir sehen wollten, markiert und sind dann zu Fuß und/oder mit dem Taxi auf Erkundungstour gegangen. Die Kombination aus wunderschönem Wetter, Zweisamkeit, beeindruckender Architektur, dem Meer, Abstand zu Taiyuan und mal wieder einen WIRKLICH GUTEN WEIN trinken hat das Wochenende geschmeidig gemacht.

Zum Thema Wein muß ich sagen, dass ich den wirklich vermisse. Hier gibt es zwar auch Wein aus Europa, Afrika und Amerika; aber der ist sehr teuer. Ab 10 Euro aufwärts. 

Fotos zu Qingdao seht ihr auf flickr.com.

Viel Spaß euch in der neuen Woche. Genießt die Vor-Weihnachtszeit! 


27./28./29./30. November 2008 und 1. Dezember 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 08:34

Momentan haben wir wirklich viel zu tun; ich glaube wir fühlen uns etwas gehetzt, weil wir jeden der "letzten Tage" genießen wollen und noch viele Dinge organisieren wollen. Derzeit versuchen wir den Kontakt zu den Studenten zu intensivieren; wir bereiten Präsentationen vor z. B. über Deutschland. Wir möchten den Studenten, die nach Deutschland reisen werden, Tips geben: von Städten, die sie besuchen können mit den entsprechenden Sehenswürdigkeiten, über Bahn- und Flugverbindungen bis hin zu Telefonanbietern und Essen bzw. Einkaufen. Alles was man eben so benötigt, wenn man auf einen fremden Kontinent reist.

Außerdem haben wir auch einen Artikel für die studentische Zeitung zum Thema "Liebe" verfasst. Und dann haben wir auch noch einen Gesangs-Auftritt. Demnächst findet auf dem Campus ein Fest statt, bei dem wir (Tutoren) und ein chinesischer Student ein deutsches Lied singen werden. Vorgeschlagen wurde uns -FESTHALTEN-: "Blümchen - Ist Deine Liebe echt". Wir haben dann erfolgreich einige Gegenvorschläge gebracht und singen nun: "Eins kann mir keiner nehmen, und das ist die pure Lust am Leben". Kennen doch alle, ne? Cool Gleich ist unsere erste Probe.

Ansonsten hatte ich ein suuuuuper schönes Wochenende: Der Andi (der Arsch Cool) hat mich am Samstag überrascht und stand morgens vor meiner Tür. Er hatte angekündigt, am Montag zu kommen. Ich hab' mich soooo gefreut. Wir waren hot pot essen, zur Massage und haben einfach ein schönes Wochenende gehabt. 

Übrigens: Pünktlich zum 1. Dezember haben wir Glühwein getrunken. Die Zubereitung fand wie folgt statt: Rotwein aus China ("Great Wall"), Glühweingewürz aus Deutschland (hat Andi mitgebracht), zum Süßen Honig aus China (Zucker gibt es hier nicht) und warm gemacht wurde das ganze mit dem Wasserkocher von Markus Lächeln. Und ich muß sagen, dass kam dem Glühwein aus Deutschland sehr sehr nahe.  


DIE Alarmanlage

— geschrieben von susanngoeschina @ 11:52

Gerade auf dem Campus gesehen: Die ultimative Alarmanlage fürs Moped. Lächeln Das must have des Winters 2008/2009!

Ganz ehrlich: Ich weiß nicht genau, wie dieses Ding funktioniert; hab nur gesehen, wie einer die Alarmanlage ausprobiert hat; ganz schön laut das Ding. Aber die Chinesen sind mit ihren Mopeds eh voll strange drauf. (Fast) alle haben einen Fellbezug auf den Sitzen, vorzugsweise im Tiger-look. Und nun noch die Alarmanlage. Geil!

Apropos: zum Thema Fell: Auch in den Taxen sind auf den hinteren Sitzen meistens Felldecken ausgelegt; Tiger-look hab ich hier zwar noch nicht gesehen, aber sonst alle möglichen Tiermotive: von Katze über Hund und Delfin. Herrlich . . . kuschelig . . . 


Schwimmen

— geschrieben von susanngoeschina @ 12:51

Leute, hier passieren schon komische Dinge -> aber was ich euch jetzt schreibe gehört auf jeden Fall in die top 10 der komischen Dinge.

Wir haben hier auf dem Campus ein Schwimmbad. Ein Dozent hat uns heute seinen ersten Besuch dort erklärt. Er war zur besseren Kommunikation mit zwei Studenten dort. Der Anmeldeprozess gestaltete sich schon schwierig: er sollte seine Passnummer auf einem Formular aufschreiben. Verwunderlich, aber OK. Hat er gemacht. Dann mußte er sich eine Badekappe kaufen und durfte sich umziehen. Aber bevor geschwommen werden durfte mußte er sozusagen das kleine "Seepferdchen-Abzeichen" machen. Eine Garde von Schwimmbadangestellten hat ihn ins Wasser escortiert und er mußte 100 m frei schwimmen; begleitet wurde er ebenfalls von einem Bambuss-Stock, falls er untergeht (ich denke ähnlich, wie man es bei uns mit Kleinkindern macht). Nach erfolgreicher Absolvierung von 100 m Freischwimmen hat man ihm dann seinen offiziellen Schwimmpass überreicht, in den er jetzt noch ein Passfoto kleben muß. Selbstverständlich muß er diesen bei zukünftigen Schwimmaktivitäten immer bei sich haben. 

LächelnLächelnLächeln

Ich könnt mich wegschmeißen bei der story. Hähhh??? Das ist doch echt verrückt . . . welcome to china


22./23./24./25. November 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 03:25

Das Wochenende war mal wieder einzigartig. Wir waren in den Bergen südlich von Taiyuan und haben dort auch tatsächlich einen Berg aus eigener Kraft erklommen. Durch die morgendliche Stärkung von Bier und Bouze war der Aufstieg fast unproblematisch (siehe Fotos flickr.com). Auf dem Berg hat sich u. a. ein lustiges Spiel ergeben: Es gab wieder einige Chinesen, die uns fotografieren wollten. Da haben wir spontan so getan, als wär ich prominent (da ich Sonnenbrille und Mütze trug). Daniel und Markus waren die Liebwächter, die dann immer ganz hektisch meinten "no photo, no photo. come on . . . .". Sehr lustig (siehe Foto "Mianshan - top secret") ;-D. Naja, dies als kleine impression zu unserem Ausflug. Wie ihr seht, wurde mal wieder nur rumgeblödelt. Abends waren wir hot pot essen und Karaoke singen. Aber nicht so lange wie sonst; ich war einfach nur (bett)fertig von dem Tag. 

Gestern Abend waren wir mit den Studenten, die die beste Klausur geschrieben haben (1,0) essen (und trinken). Es war ein -nennen wir es mal- geselliger Abend ;-D. Die Studenten mal privat zu treffen ist sehr lustig -> sie haben viel über Deutschland und wir über China erfahren. Im Anschluss waren wir noch bei der Admira im Zimmer und haben weitergefeiert -> dort haben wir im Rausch Taiyuan unsere Liebe erklärt Lachanfall (wir haben es aus dem Fenster gerufen). Heute bin ich total durch, wir haben grad alle zusammen einen Film geschaut und bald geh ich ins Bett. 


18./19./20./21. November 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 03:31

Wow, schon Ende November. Bald ist schon Abflug Richtung déguó (Deutschland). Naja, vergessen wir das und genießen die letzten Wochen.

Zu dieser Woche wollte ich euch noch berichten, dass Markus und ich am Dienstag eine Klausuraufsicht hatten. Das war sehr amüsant. Mittlerweile kennen wir unsere homies, die immer mogeln wollen. Deshalb haben wir sie in die erste Reihe gesetzt. Zu Beginn wollten sie das nicht verstehen und haben sich in die letzen Reihen gesetzt; aber Markus hat sie wieder nach vorne gesetzt. Ja, ja, man kanns ja mal probieren Cool.  

Auf jeden Fall hatten die glaub ich n Hals auf uns, da sie ihre Zettel nicht verwenden konnten. Trotzdem hat es einer geschafft, zu mogeln. Wir haben nur noch gesehen, dass er irgendwas in die Jackentasche gesteckt hat. Wir also hin -> "Bitte leeren Sie Ihre Taschen!" -> er holt einen USB-Stick raus -> wir: "Nein, die Zettel!" -> Resultat: Tatsächlich hatte er alles fein mit dem Computer in Schriftgröße 8 ausgedruckt. Ehrlich gesagt, tat er mir schon wieder leid. Es war kurz vor Klausurende und wir vermiesen ihm die Tour. C'est la vie.

Ansonsten haben wir hier mal wieder etliche Parties gefeiert aber auch viel gearbeitet. War ne anstrengende Woche. Heute bekommen wir wieder Besuch von einem anderen Tutor aus Taian. Eigentlich wollten wir nochmal nach Beijing dieses Wochenende. Das klappt leider nicht, da die anderen derzeit ihre Pässe nicht haben (wegen Visum) -> und ohne Pass keine Hotel-check-in. Weinen Dafür fahren wir zu einer Tempelanlage. Wir haben einen Bus gemietet, der uns morgen früh 6.30 Uhr abholt. Gleich kaufen wir noch Proviant für unterwegs (Bier, Wein und Nüsse), damit wir es uns gut gehen lassen können im Bus. 

Ich werde berichten. Euch allen ein schönes Wochenende.

PS: Marion: Nochmal happy birthday ;-D Knutschi! 


Liebe und Freundschaften

— geschrieben von susanngoeschina @ 03:29

Heute möchte ich euch über die schönsten Dinge im Leben berichten: die LIEBE und FREUNDSCHAFTEN.

Ich glaube, das Liebesleben in jeder Hinsicht ist für die Studenten etwas schwierig. Durch das Campus-Leben wohnen alle Studenten mindestens in 4-Bett-Zimmern. Zweisamkeit ist so gut wie unmöglich. Aber wo Liebe ist, ist auch ein Weg. Die Paare treffen sich abends in lauschigen Ecken auf dem Campus. Sie sitzen dort, reden, knutschen und schaun sich den Himmel an.

Auch zu Hause lebt man in China auf engsten Raum. Deshalb übernachtet der Partner i. d. R. auch nicht bei dem anderen. Wer will schon vor Mutti kuscheln ;-D ??? Resultat: Es gibt viele Stunden-Hotels, die für mich deshalb auch nicht diesen Schmuddel-Charakter haben wie in Deutschland. Man sucht halt nur mal ein ruhiges ungestörtes Plätzchen.

Händchen halten oder gar küssen ist unter Paaren öffentlich auch nicht die Regel. Bei den Jüngeren hat sich das zwar mittlerweile eingebürgert, aber bei Älteren wird man diese Gesten kaum finden.

Anders unter Freunden: Die berühren sich auch ganz öffentlich.  Sowohl Frau und Frau, Mann und Mann und Frau und Mann. Freundschaften sind wie in Deutschland sehr wichtig, wenn nicht wichtiger und intensiver.

Aber letzendlich ist die Liebe überall gleich. Letztens habe ich ein junges Paar auf der Straße aus dem Taxi heraus beobachtet: Sie haben sich vertraut angesehen, sich lieb unterhalten und umarmt. Liebe ist das einfachste Kommunikationsmittel, das alle Menschen verbindet. Ich hoffe, das ist überall auf der Welt so . . .

Das sind die Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe. In anderen Regionen Chinas mag das natürlich anders sein. Ich werde das bei meinen Reisen im Auge behalten . . . 


Situationen "aussitzen"

— geschrieben von susanngoeschina @ 11:09

Zwischenfazit: Was haben wir gelernt in den letzten Monaten? Unter anderem "Situationen aussitzen". Was heißt das? Man lernt Geduld!!! Für mich seeeeehr schwer Cool, aber ich habe es geschafft. Es gibt verschiedene Situationen, auch immer wiederkehrende Situationen, die ich erfahren habe/musste. 

Beispiel Verabredungen: Wenn ein Chinese sagt "Wir gehen heute essen." -> Was habe ich gelernt? -> Ob man überhaupt essen geht ist fraglich. Eine genaue Zeit zu definieren demzufolge schwierig. Verabredungen werden spontan geändert (Zeit, Ort, Teilnehmer). Es kann also passieren, dass man gar nicht essen geht oder dass man essen geht und zwar mit mehr Personen als geplant (Personen die man dann auch meistens nicht kennt). 

Eine Situation hatten wir zum Beispiel auch in einem Hotel in Xi'an. Da gab es beim auschecken Probleme mit der Rechnung. Man wollte uns mehr abrechnen als verabredet. Was haben wir gemacht? Wir sind einfach vor der Rezeption stehen geblieben und haben auf die "Lösung gewartet". Wir haben uns ganz entspannt auf unsere Taschen gesetzt und Kaffee getrunken und gar nicht mit denen rumdiskutiert, wie ich es auf jeden Fall in Deutschland gemacht hätte. Und voilà. Irgendwann wurde uns die Lösung präsentiert und wir konnten gehen. 

In der Uni ist es genauso. Gibt es Probleme mit Raumänderungen oder ähnlichen Dingen, einfach lächeln und "aussitzen". Einfach nichts machen und abwarten. Herrlich. Und auch dann gibt es irgendwann ein Lösung für die Probleme. 

Es ist hier also wichtig, nicht so viel auf die gesagten Worte und Termine zu geben. Einfach zuhören, registrieren und schaun, was passiert. Ein herrlich entspanntes Leben. Kann ich nur jedem empfehlen Winken


Vorlesung

— geschrieben von susanngoeschina @ 02:39

Gestern haben Markus und ich zusammen unsere erste Vorlesung über das Thema "interkulturelle Differenzen zwischen Chinesen und Deutschen" gehalten. Um die Vorlesung so interessant wie möglich zu halten, haben wir einige lustige features eingebaut. Die einzelnen Folien der power point Präsentation waren so aufgebaut, das die Bilder auf der linken Seite (in blau) die Deutschen darstellten und auf der rechten Seite (in rot) die Chinesen. Zu Beginn der Vorlesung waren wir ganz chic (Markus im Anzug und ich mit Blazer etc.). Nach dem Intro haben wir uns zur visuellen Verstärkung der Vorlesung umgezogen: Markus eine rote Adidas-Jacke und ich eine blaue Cool. Außerdem hatten wir beim Thema Essen z. B. Stäbchen und Besteck mitgenommen, auch eine Teekanne hatten wir mit sowie zum Thema Duschen Handtücher etc. Zum Teil haben wir auch kurze Dialoge geführt (Markus war der Student Li Wang und ich die Studentin Stefanie Müller Lachanfall).

Mir hat die Vorlesung viel Spaß gemacht und ich hoffe den Studenten auch. Obschon es nach wie vor schwierig ist, "einfache" deutsche Worte zu verwenden und langsam zu reden.


Putzen

— geschrieben von susanngoeschina @ 01:44

Mein Eindruck ist, dass die Chinesen hinsichtlich ihrer eigenen Optik schon eitel sind: gerade die jungen legen viel Wert auf Frisuren, Kleidung etc. Und an Sauberkeit mangelt es nicht (zumindest auf den ersten Blick). 

Aber wenn man hinter die Kulissen in die Wohnung guckt, echt eklig. Sorry, für alle Chinesen, die das lesen Lächeln. Und genau das spielt sich auch hier bei uns im Hotel ab. Einige Putzfrauen haben das Talent, den Ist-Zustand noch zu verschlimmern. Da wird mit EINEM Tuch das ganze Zimmer geputzt: zuerst das Waschbecken, wahrscheinlich dann das Klo, der Schreibtisch und sämtliche Abstellflächen.

Mein Arrangement mit dieser Situation: BIS JETZT LEBE ICH NOCH. Einfach mal nicht so genau hinschaun. Und mittlerweile habe ich den unausgesprochenen Deal mit der Putzfrau, dass sie nur noch 1-2 mal in der Woche "Großputz" macht. Ansonsten kommt sie nur zum Handtücher wechseln und Papierkorb leeren. Für das Immunsystem ist die ganze Situation hier in China ein Trainingslager: der Smog, der Müll teilweise auf den Straßen, das Essen, der Dreck in den Hotels, all die Fahrten mit Bus und Zug bzw. die Flüge, unsere Vorlesungssääle mit allen den verrotzten Taschentüchern. Also wenn ich hier lebend wieder rauskommen sollte, dann kann ich auch ohne Impfung nach Afrika fahren Cool

Eine interessante Beobachtung zu diesem Thema haben Andi und ich am Flughafen Taiyuan gemacht: Eine Putzfrau geht mit ihrem Lappen anscheinend unmotiviert und völlig geistesabwesend durch die Wartezone. Sie war mehr damit beschäftigt, die Leute zu beobachten und hat nur wenn sie gemerkt hat, dass sie immer noch einen Lappen in der Hand hat, sporadisch mal hier und da über das Geländer oder andere Gegenstände gewischt. Nun war da eine Glasscheibe, die mit einem Fettfleck o. ä. beschmiert war; das konnten wir aus unserer sitzenden Perspektive gut sehen. Jetzt geht "Rosi" mit ihrem Lappen geistesabwesend über diesen Fettfleck und verschmiert ihn einfach nur, sodass dieser sich von 2 cm auf ca. 10 cm vergrößert und es tatsächlich schlimmer aussah als vorher. Lachanfall

Fazit: Die Chinesen haben viele zum nachmachen anregende Eigenschaften, Dinge und Zustände. Aber Putzen gehört für mich definitiv nicht dazu!


chinesisches Theater, Besuch am Wochenende, 11.11. um 11:11 Uhr

— geschrieben von susanngoeschina @ 06:31

Da bin ich wieder. Die "internetfreie" Zeit ist vorbei. Cool Man, das kann einen echt zum Wahnsinn treiben ohne Internet: keine mails, kein blog, kein skypen, keine Informationen, keine youtube-Videos. Die Kommunikation mit dem hisigen Internet-Beauftragen war aufgrund der Sprachprobleme äußerst schwierig. Er saß an meinem macbook und hat irgendwelche Tasten gedrückt und ich wußte ganz genau: "Der hat keinen blassen Schimmer, was er da macht". Er konnte es einfach nicht lesen.

Letzte Woche waren wir wieder oft abends zum Essen eingeladen, was richtig richtig Freude gemacht hat Cool Die können aber auch saufen die Chinesen. Außerdem wurden wir zum Theater eingeladen, organisiert und aufgeführt von Studenten. Fazit: Das Stück war und ist in Perfektion, Detailverliebtheit, Emotionalität und historischem Hintergrund unvergesslich. Und die zum wiederholten Male erfahrene Gastfreundschaft läßt mich in solchen Momenten demütig werden. Wir hatten die Ehre, vor vielen vielen Gästen (bestimmt 300-400) ganz vorne in der ersten Reihe am Ehrentisch neben der Universitätsleitung und Professoren zu sitzen. Zum Ende des Theaterstücks sollten wir mit allen Schauspielern und der Unileitung auf die Bühne für ein Foto. 

Am Wochenende bekamen wir Besuch von einem Tutor, der an der Universität in Taian (Provinz Shandong) arbeitet. Hehe. Der Junge ist echt parat Cool Wir hatten sehr sehr viel Spaß. Er würde perfekt in unser Team passen. Aber gut, er arbeitet nun mal in Taian. Samstag Abend waren wir (mal wieder ;-D) essen und Karaoke singen. Ach Leute, Karaoke fetzt einfach. Ich hab mich daran schon so gewöhnt. Es macht so riesen Spaß, laut zu singen und sich dabei schrott zu lachen. Nachdem wir ihn am Sonntag zum Flughafen gebracht haben dauerte es nicht lange, dass er anrief und von der Verspätung seiner Maschine berichtete. Er kam dann nochmal zu uns zurück und wir sind zu McDonald's gefahren. Dann also wieder zum Flughafen. Wieder ein Anruf: wieder Verspätung. Da wir alle nachvollziehen konnten, wie blöd es ist alleine am Flughafen zu warten, haben wir uns auf den Weg zu ihm gemacht. Wir haben die übliche Partyausstattung: Laptop, Boxen, Bier und Nüsse eingepackt und all dies endete in einer kleinen airport-party mit Polonaise durch die Empfangshalle des Flughafen Taiyuan. Auch so kann man die Zeit am Flughafen verbringen Lachanfall

Und diese Woche fing nicht weniger erlebnisreich an. 11.11. Wir haben zwei Kölner Jungs dabei und die wiederum haben die komplette Karnevals-edition an Musik dabei. Also haben wir mittags angefangen zu feiern: Musik an, tanzen, Bier, Wein und ein paar Leute eingeladen. Sogar die Putzfrau hat noch ein Bier mit uns getrunken. Abends sind wir dann alle mit unseren Dozenten und anderen Lehrern von der Uni etc. in ein Restaurant gefahren und haben dort weitergefeiert bzw. die Karnevals-Tradition vorgestellt. Wir haben versucht, unsere Kostümierung zu erklären, haben eine CD mit Karnevals-Musik mitgenommen und dort im Restaurant abspielen lassen (wow, das die sich darauf eingelassen haben; ich glaube aber, die vom Restaurant haben sich voll gefreut; wir haben denen die CD geschenkt). Auch hier endete das Spektakel wieder mit einer Polonese durch das Restaurant, an die sich sogar die anderen Gäste (die nichts mit uns zu tun hatten) angeschlossen haben. Das ich mal Karneval in Taiyuan feiere hätt' ich nun wirklich nicht gedacht. 

Am Freitag werden Markus und ich eine Vorlesung beim "deutschen Verein" halben. Wow. Nochmal Ehre ;-D Wir werden über interkulturelle Differenzen referieren. Ich werde euch berichten. 

Den Rest der Woche wollen wir ruhig angehen lassen. Zumindest haben wir uns das vorgenommen ;-D . . . .

PS: Fotos sind im Internet aktualisiert


Beijing

— geschrieben von susanngoeschina @ 09:55

Freitag abend 21.30 Uhr, Taiyuan downtown, wir mit unseren Rucksäcken am Bahnhof. Unglaublich. Allein die Organisation der Zugtickets ist in China eine Herausforderung. Man muss die Tickets idealerweise einige Tage vorher kaufen; allerdings sind die Tickets erst 5 Tage vor dem Abreisetag käuflich. Wenn man Pech hat, bekommt man keins mehr. Da Zug fahren sehr günstig ist, sind die Tickets immer sehr schnell ausverkauft. Zum Bahnhof wollte ich euch noch erzählen, dass man dort nur mit Zugticket eintreten darf. Hat irgendwie was von Flughafen. Auch das Gepäck wird durchgescannt. Komisch. Dieses "Bahnhofsflair" wie in Deutschland, dass man Zeitungen anschaun kann, sich Proviant kauft und einfach entspannt den Menschen zuschaun kann, das gibt es hier leider nicht. Gut -> wir haben also unsere Tickets, steigen ein und suchen unsere Schlafplätze. Leider waren unsere Schlafplätze auf verschiedene Wagons verteilt. Die Schlafplätze sind nicht abgetrennt; man schläft sozusagen mit vielen Chinesen in einem großen Raum; es sind jeweils drei Betten übereinander; mein Platz war im oberen Bett.  In einem Wagon haben wir uns samt Proviant getroffen und schon mal den Zug rocken lassen. Wir hatten Wein, Bier, Nüsse und Kekse mit, haben uns auf den überfüllten Gang gesetzt und ab ging die Party ;-D. Sehr lustig. Nur leider wurde um 23 Uhr das Licht ausgestellt ;-D. Macht aber nix. Wir haben trotzdem weitergefeiert. Nur die anschließende Suche meines Schlafplatzes war etwas schwierig ;-D. Geschlafen habe ich prima.  Aufgewacht bin ich kurz vor Beijing bei strahlendem Sonnenschein mit Ausblick auf ein wunderschönes Gebirge. I love Zug fahren!!! Die meisten Leser wissen das ;-D

OK. Da endete dann auch schon unsere Organisation. Denn wir hatten weder ein Hotel, noch einen Plan, was wir genau machen wollen und auch keine Vorstellung, wie wir am Sonntag zurückkommen sollen.  Aber wir haben uns, gute Laune und ein traumhaftes Wetter. Erstmal raus aus dem Bahnhof und zur Touristeninfo. Jaaaaaa. So einfach ist das in China nicht. Wenn draußen dransteht "geöffnet ab 8 Uhr" heißt das noch lange nicht, dass das auch so ist ;-D. Auf die Öffnung haben wir also vergeblich gewartet.  Markus war letztes Jahr schon mal in Beijing und hat vorgeschlagen, zu dem Hotel zu gehen, wo er letztes Jahr war. Und nach einem respektablen Fußmarsch haben wir das Hotel tatsächlich gefunden, es war ein 3-Bett und 1 Doppel-Zimmer frei und wir konnten einchecken. 15 Euro die Nacht, super sauber, heißes Wasser, total zentral und ein Starbucks um die Ecke. Alles perfekt. Dann haben wir einen "alten Kontakt" von Markus angerufen, der Taxi-Fahrer in Beijing ist. Wieder sehr kompliziert, der konnte nur Chinesisch oder Russisch sprechen. Wir haben es geschafft, dass er uns eine Stunde später vom Hotel abgeholt und uns zur chinesische Mauer gefahren hat. Also haben wir entspannt unser Frühstück bei Starbucks zu uns genommen und sind anschließend bewaffnet mit Bier und Nüssen zur chin. Mauer gefahren. 

Und die chinesische Mauer hat uns alle echt umgehauen. Wir waren total überwältigt. Es ist gigantisch. Genau wie im TV, im Reiseführer oder in jeder Doku. Und dann dieses Wetter dazu. WAHNSINN. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mich das so berührt. Aber mehr China geht einfach nicht. Als wir alle dort standen konnten wir nicht fassen, dass wir dieses riesen Glück haben, mit so geilen Leuten vor dieser Kulisse zu stehen. Leute, wenn ihr mal in Beijing seid, auf jeden Fall dort hinfahren!!!

Der Abend verlief genauso perfekt wie der Tag bisher. Wir haben dieses japanische Nudelhaus gefunden, in dem wir auch schon in Xi'an waren und später waren wir dann richtig genial feiern. Es gibt so eine Party-Meile in Beijing, dort ist ein Bar und Disco neben der anderen. Admira und ich meinten vorher noch, dass der Tag perfekt wäre, wenn wir noch einen "sex-on-the-beach" trinken könnten -> und voilà -> in unserer Bar gab es das Objekt der Begierde (der Name ist "Buffalo" falls mal jemand ne Beijinger Feieradresse braucht). Naja, ihr könnt euch ja vorstellen, in welcher Geschwindigkeit wir die ersten drei Cocktails geschlürft haben ;-D. Danach waren wir bereit zum tanzen. Da das "Buffalo" ne Bar ist, gab es keine Tanzfläche ;-D. Aber wir haben uns einfach mit zur Live-Band gestellt und dort getanzt; später auch noch mitgesungen ;-D. Junge, Junge. Der Laden hat echt gerockt. 

Das war DER perfekte Tag. Grandios. 

Der Sonntag fing auch wieder mit herrlichem Wetter und Frückstück bei Starbucks an. Anschließend waren wir in der "Silk Street", ein shopping center, in dem jedem Marken-Designer dieser Welt das Herz stehen bleibt. Ein 4 oder 5 stöckiges Kaufhaus (bin nicht mehr sicher), in dem es gefälschte Klamotten, Taschen, Schuhe und alle möglichen Assecoires zu kaufen gibt. Es gibt aber auch Klamotten etc. ohne label; für die Leute, die nicht so auf Marke stehen. Und viel japanisch angehauchte Mode (print shirts etc.). Und das in einer richtig guten Qualität zu nem paraten Preis. Ein Traum für alle shopping fans. Also da war ich nicht zum letzten mal in meinem Leben ;-D. Wir haben alle gut eingekauft, was der Nachteil für unsere anschließenden Vorhaben war. Wir sind dann mit dem Bus zum "Platz des Himmlischen Friedens" bzw. zur "Verbotenen Stadt" gefahren, konnten allerdings wegen des Übergepäcks nicht so viel rumlaufen ;-D. 

Für unsere Rückreise hatten wir zwischenzeitlich beschlossen, mit dem Linienbus zu fahren. Es war jedoch nicht möglich, eine vernünftige Aussage zu bekommen, wann und von wo genau der Bus abfährt. Nach einigem hin und her sind wir dann aber doch am Busbahnhof angekommen und konnten dort auch Tickets kaufen. Auch am Busbahnhof wieder ein ähnliches Procedere wie am Zugbahnhof -> Taschen werden kontrolliert und man kommt nur mit Ticket zum Bus. 

Wir haben es also geschafft. Gegen 24 Uhr waren wir zurück in Taiyuan, alle k.o. aber total glücklich nach diesem schönen Wochenende. Beijing hat uns richtig gut gefallen. Die Stadt ist riesig, aber vor allem sauber, modern und soooo viel Grün. Nun sind wir wieder in unserem smogigen Taiyuan; aber hier gefällts uns auch. Beijing werden wir aber auf jeden Fall nochmal besuchen. Denn bei Gesamtkosten (abgesehen von Essen, Feiern und Taxi) von 43 Euro (14 Euro Zug, 15 Euro Hotel, 14 Euro Bus) ist das eine erschwingliche Reise.  

Fotos seht ihr wie immer auf flickr.com


29. Oktober 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 12:56

Heute morgen, 7.20 Uhr. Ich stehe im Bad, koche Wasser für Kaffee und Tee. Es klopft an meiner Tür. OK. Bademantel anziehen, Tür auf, Admira steht mit erschrockenem Gesicht und nassen Haaren vor meiner Tür. Folgender Dialog:

ich: Was ist los?

Admira: Hab grad geduscht und mir die Ohren mit chinesischen Wattestäbchen sauber gemacht. Dabei ist ein Teil des Wattestäbchens abgebrochen und steckt jetzt in meinem Ohr. Kannst Du mal gucken?

ich: OK. Zeig mal her die Löffel!

Ich konnte aber das abgebrochene Stück nicht sehen. Demzufolge war Panik angesagt. Wir haben bei Bobo und den anderen geklopft und die Situation geschildert. Oh man. Schnell das Tutorium umgeplant, damit Admira dann mit Frau Wang (von der Uni) zum Arzt kann. Dann meinte ich zu Markus, er solle doch nochmal in das Ohr schaun ;-D. Und Dr. Markus hat das Stück dann nach mehrmaligen hin- und herziehen am Ohr gesehen. Mit seiner professionellen Ausrüstung (Pincette und Desinfektionsmittel) hat er den Übeltäter rausopariert. Wat ne Hektik zum frühen Morgen. 

Ich hatte echt Angst, dass die Admira hier zum Arzt muss. Wir sind mal an einigen Arztpraxen vorbeigelaufen. Leute, dass muss man echt nicht haben!!! Ein Hoch auf die deutsche Hygiene!!! Heute ist mir richtig bewußt geworden, dass wir hier besonders gut auf unsere Körper acht geben sollten, damit wir nieeeee eine Arztpraxis von innen sehen müssen.

Heute Abend waren wir beim copy-shop und haben unsere Visitenkarten in Druck gegeben. Ich habe meinen chinesischen Namen in chinesischen Schriftzeichen mit auf die Karte drucken lassen. Bin gespannt -> morgen abend können wir sie abholen. Preis: für 50 Stück = 5 Yuan (50 Cent) -> Hammer!!!! Übrigens: mein chinesischer Name ist Su shan (Vorname) Shi tu (Nachname). Das war ein wahnsinniges hin und her mit dem Namen. Man kann sich Vornamen entweder selber aussuchen (nach Bedeutung) -> das ist sehr schwierig. Ich hatte mir verschiedene Namen gebastelt und dann chinesische Studenten gefragt, ob diese Namen ok sind. Alle haben gelacht und gemeint, dass würde sich sehr merkwürdig anhören. Die zweite Variante zur Namenswahl ist die phonetische Übersetzung des deutschen Namens -> bei mir also Su shan. Man, was für eine Aktion. Hat echt lange gedauert -> lohnt sich aber. Man lernt sehr viel über die Namensgebung und hat auch gleich mal wieder lustigen Kontakt zu Chinesen. 

Noch eine schöne restliche Woche an alle Leser! Am Wochenende fahren wir wahrscheinlich nach Beijing. Freu mich schon. Das wird mal wieder ein Abenteuer -> wir fahren entweder mit dem Linienbus oder mit dem Zug ;-D 


WG-Leben und was wir sonst so treiben

— geschrieben von susanngoeschina @ 15:04

Unsere Truppe ist echt parat; wir verstehen uns alle prima. Das mag natürlich aus dem Grund so sein, dass wir hier "nur uns" haben und wir aus ähnlichen Beweggründen hier sind. Aber wir haben auch ähnliche Interessen und verstehen uns so geil. Wir sitzen abends zusammen, alle berichten von ihren Erfahrungen vom Tag, wir trinken Bier und Wein, tauschen Magen-Darm-Medikamente, stützen uns bei emotionalen Hängern, gehen zusammen einkaufen, besuchen Ronald McDonald ;-D.

Unser Stammkiosk (die Verkäuferin wurde direkt auf den Namen "Gisela" getauft) deckt all unsere abendlichen Bedürfnisse: Getränke und Snacks. Und dann setzen wir uns auf den Campus und erzählen u. a. sinnfreie Sachen und lachen uns schlapp. Ach ja: Kiosk hat bis 23 Uhr auf!!!! 

Heute zum Beispiel war es sehr warm hier: tagsüber um die 25 Grad Celsius, abends um die 15 Grad Celsius. Wir saßen draußen, haben Kaffee getrunken, gelesen, rumgeblödelt und waren shoppen.

Am Freitag sind wir der Einladung des "Deutschen Vereins" (von Studenten organisiert) gefolgt und wurden total süß als "Ehrengäste" empfangen. Die Einladung war zur Gründungsversammlung des Vereins; dort wurde das Programm des Vereins, die Mitglieder etc. vorgestellt. Fotos davon hab ich online gestellt.  Die Versammlung fand im Hörsaal statt; wir saßen als "Ehrengäste" in der ersten Reihe und man hat uns sogar grünen Tee und Wasser gebracht. Und fotografiert wurden wir so oft, dass es mir nachher wirklich sehr unangenehm war. Aber die homies hier sind echt spitze. Was die hier alles auf die Beine stellen, unglaublich . . . 

Bin sehr froh, dass ich es so gut getroffen habe mit den Leuten. Aber wir sind ja noch länger hier, so dass bestimmt noch die ein oder andere Krise kommt ;-D . . . .


WG-Leben und was wir sonst so treiben

— geschrieben von susanngoeschina @ 14:49

Unsere Truppe ist echt parat; wir verstehen uns alle prima. Das mag natürlich aus dem Grund so sein, dass wir hier "nur uns" haben und wir aus ähnlichen Beweggründen hier sind. Aber wir haben auch ähnliche Interessen und verstehen uns so geil. Wir sitzen abends zusammen, alle berichten von ihren Erfahrungen vom Tag, wir trinken Bier und Wein, tauschen Magen-Darm-Medikamente, stützen uns bei emotionalen Hängern, gehen zusammen einkaufen, besuchen Ronald McDonald ;-D.

Unser Stammkiosk (die Verkäuferin wurde direkt auf den Namen "Gisela" getauft) deckt all unsere abendlichen Bedürfnisse: Getränke und Snacks. Und dann setzen wir uns auf den Campus und erzählen u. a. sinnfreie Sachen und lachen uns schlapp. Ach ja: Kiosk hat bis 23 Uhr auf!!!! 

Heute zum Beispiel war es sehr warm hier: tagsüber um die 25 Grad Celsius, abends um die 15 Grad Celsius. Wir saßen draußen, haben Kaffee getrunken, gelesen, rumgeblödelt und waren shoppen.

Am Freitag sind wir der Einladung des "Deutschen Vereins" (von Studenten organisiert) gefolgt und wurden total süß als "Ehrengäste" empfangen. Die Einladung war zur Gründungsversammlung des Vereins; dort wurde das Programm des Vereins, die Mitglieder etc. vorgestellt. Fotos davon hab ich online gestellt.  Die Versammlung fand im Hörsaal statt; wir saßen als "Ehrengäste" in der ersten Reihe und man hat uns sogar grünen Tee und Wasser gebracht. Und fotografiert wurden wir so oft, dass es mir nachher wirklich sehr unangenehm war. Aber die homies hier sind echt spitze. Was die hier alles auf die Beine stellen, unglaublich . . . 

Bin sehr froh, dass ich es so gut getroffen habe mit den Leuten. Aber wir sind ja noch länger hier, so dass bestimmt noch die ein oder andere Krise kommt ;-D . . . .


Xi'an

— geschrieben von susanngoeschina @ 14:34

Wir sind wieder gut gelandet und mal wieder gefüttert mit jeder Menge Informationen.

Hier ein paar facts zur Stadt Xi'an: Hauptstadt der Provinz Shaanxi, rd. 8 Mio. Einwohner, über 1000jährige Geschichte, Sehenswürdigkeiten: Terrakottaarmee, längste erhaltene Stadtmauer Chinas, ungefähr 600 km südlich von Taiyuan gelegen (1 Flugstunde), viel Grünfläche in der Stadt, viele westliche Geschäfte wie Starbucks, McDonald's, KFC, Vero Moda, Only, Adidas, Nike, Converse etc.

Freitag Abend waren wir am Flughafen, haben anschließend schnell im Hotel eingeckeckt und sind dann was futtern gegangen ;-D Wir waren in einer Straße, in der viele kleine Hof-Küchen aufgebaut waren. Dort wurde alles mögliche gegrillt: Fleischspieße, Brot, Gemüse. Wir haben in einem primitiv eingerichteten Raum unter den Einheimischen gegessen & Bier getrunken. Das war mal wieder köstlich.

Samstag bin ich mit Bobo und Admira zur Terrakottaarmee gefahren. Da unser Hotel im Zentrum von Xi'an liegt, mußten wir circa 1 Stunde mit dem Taxi fahren (Kosten: 100 Yuan = 10 Euro ;-D). Die Terrakottaarmee wurde 1974 von Bauern, die einen Brunnen gegraben haben, entdeckt und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die lebensgroßen Tonfiguren (über 7000 Soldaten und Pferde) aus gelben Lehm wurden vor über 2200 Jahren geschaffen, um das Grab von Qin Shi Huangdi zu bewachen, dem Feudalherrscher, der China vor über 2200 Jahren einte. Es sind insgesamt 3 Gruben, die wegen der Witterung überdacht wurden. Wir hatten einen personal guide, der uns durch alle 3 Gruben geführt hat. Den Preis für ihn haben wir noch schön runtergehandelt ;-D. Wir haben zu ihm gesagt, dass wir ganz arme Studenten sind und uns sonst keinen guide leisten können. Von ursprünglich 180 Yuan haben wir letztendlich nur noch 90 Yuan bezahlt ;-D. Fazit zur Terrakottaarmee: Ich bin generell nicht sehr an uralter Geschichte interessiert und sehr skeptisch, mit all den Informationen, die man da so zu hören bekommt. Aber alles in allem war diese Ausstellung sehr schön; sehr ästhetische Figuren und beeindruckend aufgrund der Vielzahl der Figuren. Für Geschichts-Gläubige bzw. Geschichts-Fans ist diese Aussstellung das Paradies. Für alle anderen: Wenn man schon mal in der Gegend ist, sollte man sich die Armee auf jeden Fall anschaun!

Abends waren wir in einem japanischen Nudelhaus essen. Dieses Restaurant gibt es nur in wenigen Städten auf der Welt, und zwar in den Ländern Japan, China, Australien, Singapore, Thailand, Philippinen und USA. Bobo kannte diese Kette aus Hongkong. Mhhhhh. Auch wieder sehr lecker. Scharf, interessante Beilagen (Seegras, Tintenfisch, Kumschi) und Gewürze. 

Am Sonntag haben wir den Tag -wie auch am Samstag- ganz gechillt mit einem Frühstück im Starbucks begonnen und sind anschließend durch die Innenstadt gewackelt und waren ein wenig shoppen ;-D. Ich habe zwar gar nichts gekauft, dennoch war es schön, andere Marken zu sehen (Klamotten-Marken aus Hongkong und Japan; verschiedene Kosmetikprodukte aus China). Ach ja zu den Kosmetikprodukten: Hier muß man als europäische Frau echt vorsichtig sein: Fast alle Cremes sind mit Whitener versetzt. Es ist bei den Chinesinnen absolut hip, blass zu sein und deshalb enthalten fast alle Cremes diese synthetischen Blass-Macher. Das ist teils echt lustig, weil manche Mädels sooooooo viel Whitener auftragen, dass sie aussehen wie ein Clown. Ist halt die umgekehrte Situation von Deutschland: manche Mädels sehen in Deutschland ja auch aus wie getoastet.  

Networking haben wir auch ein wenig betrieben ;-D. Einige Kontakte konnten wir unterwegs und im Hotel knüpfen. Man hat uns diverse jobs angeboten bzw. auch einfach zum besuchen eingeladen. Wir haben Telefonnummern und email ausgetauscht. Mal schaun was draus wird . . . . Visitenkarten sind hier ein absolutes must have! Manchmal habe ich das Gefühl, dass Neugeborene sofort ihre eigene Visitenkarte bekommen ;-D. Neee echt: (Fast) jeder in China hat eine Visitenkarte. Diese Woche lassen wir uns auch welche drucken. 

Einen schönen Start in die Woche für euch alle!


Wasser, Luft und Wochenende

— geschrieben von susanngoeschina @ 08:04

Mein Start heute morgen ins Wochenende war beeindruckend: HEIßES Wasser. Nein nein, ihr versteht das falsch; ich meine richtig heißes Wasser, so dass man krebsrot aus der Dusche kommt und die Scheiben im Bad beschlagen sind. Mhhhhh. Das erste mal hier (abgesehen von Shanghai). Schön!

Die Luft geht uns allen hier langsam auf den Sender. Der Smog macht echt krank. Unser Prof. hat schon Husten davon bekommen. Ich merke es zwar nur beim joggen, dass mir die Luft manchmal wegbleibt, aber die Lebensqualität leidet an smogreichen Tagen extrem. 

Aber in circa 3 Stunden fliege ich nach Xi'an (Terrakotta-Armee) und hoffe, dort ist bessere Luft. Außerdem habe ich gehört, es gibt dort ein Starbucks. Jippiiiii -> Kaffee trinken. Also euch allen ein schönes Wochenende. Ich berichte dann nächste Woche von unseren Erlebenissen. 


Währung

— geschrieben von susanngoeschina @ 07:11

Unsere Währung hier heißt RMB (Renminbi). Man sagt auch Yuan oder umgangssprachlich Quai. Die kleinere Einheit (bei uns Cent) heißt hier Fen. Der Kurs ist circa 1 Euro = 10 Yuan. Ich habe die Scheine mal für euch fotografiert und bei flickr.com reingestellt. Folgende Scheine und Münzen gibt es (die ich bisher kennengelernt habe):

- 1 Yuan-Schein (= 10 Cent)

- 1 Fen-Schein (Hallo? Ich meine ein 0,10 Cent-Schein! Krass!)

- 5 Yuan-Schein (=50 Cent)

- 5 Fen-Schein (nochmal Hallo? ein 0,50 Cent-Schein)

- 10 Yuan-Schein (= 1 Euro)

- 20 Yuan-Schein (=2 Euro)

- 100 Yuan-Schein (= 10 Euro) (davon hab ich kein Foto gemacht; soviel Bargeld hab ich ja bekanntlich nicht gern bei mir ;-D); 100 Yuan-Scheine sind meines Wissens nach die größten Scheine.

- Münzen: 1 Yuan, 1 Fen

Für deutsche Proleten, die auf Geldklammern stehen, ist China natürlich ein Paradies. Da kann man schon mal locker 50 Stück 1-Yuan-Scheine (also insgesamt 5 Euro) zusammenklammern und einen auf schwer-reich machen ;-D. Das steigert natürlich das Selbstbewußtsein, man holt gerne mal den geklammerten Geldbeutel raus und hat einen aufrechten Gang, was wiederum zur Folge hat, dass einen die Leute noch freundlicher und respektvoller grüßen und man sich dadurch noch besser fühlt. Ein Teufelskreis  . . .

Allerdings sind die Scheine soooooo alt und ekelig und labberig und dreckig und stinken und man hat sowieso immer viel zu viel davon und .... und ..... und .....

PS: In Hongkong gibt es den "Hongkong-Dollar" und kein RMB. Ich war zwar noch nicht da, aber ich denke, dass man da auch zusätzlich mit RMB bezahlen kann. Hongkong ist ohnehin Sonderzone; auch was Visa angeht. Deutsche können sich (wenn sie nicht von China nach Hongkong einreisen!!!) 90 Tage ohne Visum in Hongkong frei bewegen. Heißt also, wenn ich jetzt von hier nach Hongkong reisen wollte, dann müßte ich ein separates Visum beantragen; würde ich von Deutschland aus direkt nach Hongkong fliegen, ist dies nicht notwendig. 


10./11./12. Oktober 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 04:11

Freitag Morgen ist Andi zurück nach Deutschland geflogen . . . *schnief*. Aber er kommt ja wieder. Das Wochenende hab ich gaaaanz ruhig nur auf dem Campus verbracht. Ich wollte einfach nur mal in meinem Zimmer sein, a bisl Sport treiben und im Internet surfen. 

Freitag war einzigartiges Wetter: warm, blauer Himmel, Sonne und KLARE Luft. Die Luft war so auffallend klar, dass wir uns einfach nur draußen bewegen wollten. Abends waren wir demzufolge alle Tischtennis spielen. Wir haben "chinesisch" gespielt, falls das noch jemand kennt. Das spielt man mit mindestens 3 Personen; nach obenhin gibt es hinsichtlich der Mitspieler keine Grenze. Wenn man "am Ball war" läuft man schnell zur anderen Seite der Tischtennisplatte und ist dort zum Ballwechsel dran. Dat macht Jolle. Und wär hätte es gedacht, wir hatten bald den halben Campus um uns stehen und konnten sogar einige Studenten zum mitspielen animieren. Es war sooo lustig. Nicht alle hatten Tischtennisschläger und haben dann mit der Hand oder anderen Gerätschaften gespielt (wie z. B. Federballschläger, Deckel von Keksdosen). So, nach diesem sportlichen Abend waren unsere Smog-verseuchten Lungen wieder durchgelüftet.

Eine meiner einzigen Bewegungen von Samstag war der Gang zur Mensa mit Bobo und Admira. Dort haben wir mal wieder lecker gefuttert und sind noch eine kleine Runde über den Campus gelaufen. Neben unserem Obst-Johnny, bei dem ich noch ein paar Äpfel und Apfelsinen gekauft habe, hat ein Handwerker seine Geräte aufgebaut. Hab mich schon immer gefragt, was der eigentlich macht. Also: Dort kann man Schuhe reparieren und Schlüssel nachmachen lassen. Admira wollte ohnhin noch einen Schlüssel nachmachen lassen; das war also die Gelegenheit. Leute, so schnell und unkompliziert hab ich das noch nie gesehen. Der hat den Schlüssel auf der einen Seite seines Gerätes eingespannt, ein Rohling auf der anderen Seite und dann hat er manuell gekurbelt und voilà: fertig war der Schlüssel. Ohne Strom und zu dem unschlagbaren Preis von 1,50 Yuan (15 Cent).

Den heutigen Sonntag werde ich ähnlich angehen lassen. Ich war grad joggen auf dem Sportplatz, trinke gerade Kaffee (Import aus Deutschland ;-D) und denk an euch.

Ich wünsche euch auch einen schönen Sonntag. Bis die Tage . . .  


Shanghai - Teil 2

— geschrieben von susanngoeschina @ 05:14

Um uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen (wenn man das überhaupt geregelt bekommt in Shanghai ;-D) haben wir uns vom Hotel-Concierge eine Stadtrundfahrt organisieren lassen. Wir waren der Meinung, dass es sich um eine herkömmliche Stadtrundfahrt mit mehreren Touristen in einem Bus handelt. Denkste! Wir wurden persönlich von unserem Guide namens Bruce und seinem Fahrer in einem -ich betone- "sauberen Auto" 4 Stunden durch Shanghai gefahren, mit stops an verschiedenen hotspots ;-D. Bruce kann sehr sehr gut Englisch; das machte die ganze Tour sehr entspannt. Komisch ist nach der ganzen Zeit in Taiyuan, dass mir Englisch wie meine Muttersprache vorkam. Ich denke, das lag daran, sich einfach mal wieder frei ohne Hände, Füße, Zettel und Wörterbücher unterhalten zu können. Außerdem hatten wir durch diese "personal-tour" die Möglichkeit, viele persönliche und tiefergehende kulturelle Fragen stellen zu können (was kostet eine Wohnung; wie / wo leben Chinesen; Einkommen von Chinesen; Bedingungen für Ausländer um in Shanghai zu leben und zu arbeiten etc.). 

Unsere Tour beinhaltete auch eine traditionelle Teezeremonie.  Das war richtig cool; leider aber etwas zu kurz; wir wollten ja noch mehr von der Stadt sehen. Laut Bruce dauert eine Zeremonie 2-3 Stunden. Und es ist tatsächlich so, dass alte und junge Chinesen sich zu einer Teezeremonie treffen; wahrscheinlich wie wir zum Kaffee oder zum Bier. Außerdem waren wir im Yuyuan-Garden, Old Shanghai, im Französischen district und am "Bund" ("Bund" ist eine Uferpromenade geprägt duch koloniale Handelshäuser und Banken; gegenüber vom Stadtteil Pudong; von "the Bund" kann man herrlich auf  den financial district Pudong schaun -> also auch auf Jin-Mao-Building und die anderen Wolkenkratzer). 

Auch ein absolutes must see in Shanghai ist der "Französische district". Sehr europäisch. Wunderschöne alte Häuser. Hier kann man wunderbar essen gehen, Kaffee trinken (u. a. bei Starbucks) und abends feiern. 

Die Gegend um Shanghai ist bekannt für Seidenproduktion. Deshalb wollte ich auch unbedingt in eine Seidenmanufaktur; ich glaub die beiden Männer hatten darauf gar keine Lust *hehe*.  Das war auch nicht in unserer Tour eingeplant; aber wenn man schon den Luxus eines personal guides hat, dann soll man das auch ausnutzen ;-D. Und es hat sich gelohnt. Von der Raupe, über die Verarbeitung der Seidenfäden bis zum fertigen Stoff haben wir alles gesehen. Das ist ein durchaus aufwändiges Verfahren und hat den Preis absolut verdient! Super interessant. Dort gab es auch Seidendecken zu kaufen; also richtige Bettdecken. Die kauf ich mir auf jeden Fall irgendwann; ganz kuschelig und warm. Mhhhh . . . .

Zum Schluss unserer Tour waren wir noch auf einer "Austernfarm"; dort hat man vor unseren eine Auster geöffnet und die Perle rausgeholt. OK -> ganz cool. Aber ich bin trotzdem nicht zum Perlen-Fan mutiert, obschon die dort echt schönen Schmuck zum Verkauf angeboten haben (mir wollte man natürlich auch gleich ne Kette andrehen; ich glaub es geht los ;-D). Als wir mit Bruce unsere email-Adresse und Telefonnummern ausgetauscht haben sind wir Kaffee trinken gegangen und haben die Eindrücke auf uns wirken lassen . . .

Zurück sind wir ganz mutig mit der U-Bahn gefahren. *Hehe* Hat gut funktioniert. Shanghai hat ein super U-Bahn-Netz mit modernen Bahnen. Fetzt. Ich steh auf U-Bahn fahren . . . 

Ach ja, ein Tip noch für alle, die auch mal nach Shanghai reisen und dort abends weggehen wollen: Vergeßt die Tips im Reiseführer. Lieber auf eigene Faust entdecken! Wir sind nämlich in einem Viertel gelandet, in dem vor jedem Club Nutten standen. Ein einziger Chor aus  Mädels, die lasziv "Ni hao" gerufen haben (hat sich bei denen übrigens durch die piepsigen Stimmen wie "Miau" angehört).  Nix wie weg da . . . Lieber in den französischen district zum feiern gehen. Shoppen kann man übrigens auch sehr gut. Ich war z. B. in der Super-Brand-Mall (angeblich Chinas größtes Kaufhaus); liegt direkt in Pudong. Hier gibt es sogar H&M. Und dann gibt es natürlich zahlreiche andere malls und Einkaufsstraßen westlich des Huangpu. 


Shanghai - Teil 1

— geschrieben von susanngoeschina @ 11:26

Wo rockt das Leben? Richtig! In Shanghai! Ich habe das Gefühl, der Rest der Welt ist ein Dorf.

Ich versuche, euch heute meine ersten Eindrücke von Shanghai zu vermitteln. Wahrscheinlich werde ich noch mehrere Blog-Einträge dazu verfassen(müssen).

Die Aufregung fing schon damit an, dass ich die Flüge ohne jegliche Unterstützung online gebucht habe. In Deutschland kein Problem, da kennt man alle Tücken und weiß, wo man ggfls. anrufen kann. Aber zu meiner Beruhigung haben wir unsere e-tickets in Taiyuan und Shanghai problemlos am Schalter bekommen und mit unseren Pässen gab es auch keine Probleme. Wir haben es auch geschafft, ein Taxi für morgens um 6 Uhr zu bestellen, das uns zum Flughafen bringt. Alles ist anstregender hier -> niemand kann Englisch und wir kein richtiges Chinesisch. Aber geschafft . . . 

Nach ca. 1,5 Std. landen wir in Shanghai am Hongqiao airport; es gibt 2 Flughäfen. Bis zur Landung war uns nicht klar, auf welchem wir landen werden ;-D. Unsere Rucksäcke hatten wir im Handgepäck, sodass wir auf direktem Wege zum Taxi stiefeln konnten. Vorm Flughafengebäude musste ich erstmal meinen dicken Pulli ausziehen; das Klima ist so angenehm: ca. 25 bis 30 Grad Celsius und eine erträglich Luftfeuchtigkeit. In Shanghai fallen die Temparaturen nie unter den Gefrierpunkt. Die kältesten Monate sind Dezember, Januar und Februar mit 8 bis 10 Grad Celsius.

Der Taxifahrer fährt uns für ca. 45 Yuan (4,50 Euro) zu unserem Hotel. Die Taxipreise sind teurer als in Taiyuan, aber immer noch sehr sehr günstig im Vergleich zu Deutschland. Auf dem Weg durchqueren wir die Stadt von West nach Ost und unterqueren zum Ende den Huangpu Fluss durch einen der Shanghaier Tunnel. Die Stadt hat sooo viele Hochhäuser, dass man denkt es handele sich um einen Wald, dessen Ende man nicht sehen kann. 

Unser Hotel: Das 5 Sterne Grand Hyatt im Jin-Mao-Tower, einem der höchsten Gebäude der Welt (http://de.wikipedia.org/wiki/Jin_Mao_Tower). Im unteren Teil des Gebäudes sind Büros, vom 54. Stock bis zum 86. Stock ist das Hotel mit verschiedenen Restaurants, Bars, Fitnessstudio und Wellness-Bereich mit Schwimmbad. Im 87. Stockwerk ist die Cloud9Bar, die höchste Bar der Welt.

Unser Zimmer mit 180-Grad-rundum-Blick über downtown Shanghai lag im 63. Stock. Die Glasfenster reichen bis zum Boden, die Ausstattung ist mehr als geschmackvoll, das Badezimmer so groß wie ein zweites Wohnzimmer. Ein durchdachtes Raumkonzept mit z. Bsp. einem Schrank, den man sowohl vom Flur als auch vom Badezimmer öffnen konnte. Ein zum nachahmen anregendes Lichtkonzept, das von den Nachttischen bedient werden kann. Im Bad eine Wanne, von der aus man auf die skyline schauen kann. Genauso die Dusche. Nur der Blick vom Klo auf die skyline hat noch gefehlt ;-D. Und die Details im Hotel: Wasser, Tee und Kaffee sind kostenlos auf dem Zimmer; sobald etwas nicht mehr verfügbar ist ruft man die Rezeption an und voilà: innerhalb von 5 Minuten hat man Nachschub. Es gab ausreichend und riesige Handtücher, Bademäntel und sonstige nützliche Badutensilien. Nach den letzten Wochen, die in dieser Hinsicht für mich eher spartanisch ausgefallen sind (kalt duschen etc.), war das mehr als angenehm. Aber alles in allem muss ich gestehen, dass mich dieser Luxus und dieser AUSBLICK zuerst so geflasht haben, dass ich richtig komische Laune bekommen habe. Ich musste das erstmal alles verarbeiten. Aber das ging auf dem kuschligen Bett mit einem Tee, dem AUSBLICK und einem anschließenden Badewannenbesuch doch relativ schnell. 

Wir haben uns erstmal einen Hotelüberblick verschaffen müssen, dabei waren wir auch im 57. Stock im Fitnessstudio bzw. Wellness-Bereich (24 Stunden geöffnet). Die Fitnessgeräte sind direkt vor den bis zum Boden reichenden Glasfenstern platziert und man hat wieder diesen AUSBLICK. Im Wellness-Bereich konnte man saunieren, es gab einen Whirpool und das Schwimmbad. Überall gibt es kostenlos Wasser und Obst, Handtücher ohne Ende und sogar gekühlte Handtücher für nach der Sauna. Und ganz ehrlich Leute, wenn man im 57. Stock schwimmen geht und die Skyline vor Augen hat, fällt einem nichts mehr ein.

Im Anschluss an unseren Rundgang haben wir erstmal einen KAFFEE getrunken, ja einen richtigen Kaffee. Mhhhh. Andi ging es leider nicht so gut und er hat sich dann erstmal hingelegt. Am ersten Abend waren wir dann ein wenig draußen spazieren und es war die Hölle los. Es war ja der 1. Oktober, Nationalfeiertag. Überall viele Menschen, Feuerwerk, die beleuchteten Häuser überall und das alles bei angenehmen 20 Grad. Den Abend haben wir in der Cloud 9 Bar ausklingen lassen . . . unbelieveable . . .

Soviel erstmal zu den ersten Eindrücken. In Teil 2 berichte ich euch über die übrigen Erlebnisse. 

PS: Einige Fotos habe ich schon auf flickr.com reingestellt.


Zitat, das den chinesischen lifestyle ausdrückt ;-D

— geschrieben von susanngoeschina @ 06:39

"Yang fährt heute definitiv nach Hause, dass steht allerdings noch nicht genau fest."

*Hihi*


Feierwoche

— geschrieben von susanngoeschina @ 06:07

Jipiiii! Diese Woche ist Feierwoche in China und wir müssen nicht arbeiten. Wir feiern am 1. Oktober den Nationalfeiertag. Da es in China wenig Urlaub und Feiertage gibt, werden die wenigen Feste groß und ausgiebig gefeiert. Ein Fünftel der Erd-Bevölkerung wird unterwegs sein. Alle nutzen die Zeit für Ausflüge und Besuche bei der Familie.

Andi schläft noch und ich war gerade joggen. Auf dem Weg nach draußen zum joggen war ich der festen Überzeugung, das Uni-Gelände wird wie ausgefegt sein -> aber es kommt immer anders als man denkt: Überall Studenten und Besucher (wahrscheinlich Eltern und Verwandte); alle sind festlich gekleidet und es liegt eine feierliche und aufregende Stimmung in der Luft.  Alle waren auf dem Weg in die große Sporthalle. Keine Ahnung was da abgeht; krieg ich aber noch raus . . . 

Vorgestern Abend waren wir zu einem Basketball-Spiel hier in der Uni-Sporthalle: Rumänien gegen unsere Uni-Mannschaft. Das war richtig gut. Mein erstes live-Basketballspiel. Wir (China) haben gewonnen. Fotos folgen . . .

Gestern Abend waren wir alle bei der Massage: Andi hats richtig richtig richtig gut gefallen. Den anderen natürlich auch; aber wir "kennen das ja schon" ;-D Anschließend waren wir richtig mutig: Wir waren essen, und zwar in einem -nennen wir es- "Straßenimbiss". Es standen Bänke draußen und es wurde gegrillt. Es wurden Lamm, Huhn, Tofu, Surimi und andere mir unbekannte Dinge gegrillt. Das war soooo gemütlich. Der Chef hat noch Reiswein mit uns getrunken (bzw. mit den anderen; ich kann das Zeug nicht ausstehen). Dann gab es noch ein heißes Süppchen dazu: Klare Suppe mit Eistich und ich glaube Grieß; hat jedenfalls so geschmeckt ;-D. Bin gespannt, was mein Körper heute dazu sagt ;-D 

So, nun muß ich den Andi erstmal wecken. Der hat noch nicht so ganz seinen Schlaf- und Eßrythmus gefunden. Ja, eine Reise hierher ist echt kein Kindergeburtstag: mehrere Flüge (starten, landen, warten -> Streß), die Zeitverschiebung, Smog, andere Luftfeuchtigkeit, die ganzen Eindrücke, die chinesischen Zeichen überall, die Lautstärke, die Leute, das Essen. Aber das wird schon. Dauert halt ein paar Tage . . .

Euch eine schöne Arbeitswoche -> hähähäää, lalalalala ;-D


Viertelfinale

— geschrieben von susanngoeschina @ 04:21

Ein Viertel unseres China-Aufenthalts ist schon wieder vorbei. Und wie gehts mir so? Tja, nach wie vor kein Heimweh, auch wenn ich alle Leute vermisse. Ich habe mich so sehr an mein "zu Hause" gewöhnt, dass ich sogar ohne Badelatschen unter die Dusche gehe. Man kennt die Leute, die man jeden Tag trifft und begrüßt sich freundlich mit "ni hao". Meinem Magen-Darm-Trakt geht es bestens. Die Stimmung ist bombig. 

Gestern ist auch der Andi angekommen. Das war auch wieder ne typische, praktische, chinesische Aktion. Eigentlich sollte Andi 17 Uhr von Peking nach Taiyuan abfliegen. Er war jedoch schon gegen 12 Uhr am check in Peking und die Mitarbeiter dort meinten, er könne doch schon 13 Uhr fliegen. In Deutschland wäre das ohne ein meterlanges Formular und tausendfacher Prüfung undenkbar gewesen. Einfach früher fliegen? Wo kommen wir denn da hin? ;-D

Das Problem war allerdings, dass ich zu seiner Ankunftszeit noch Tutorium hatte und ihn nicht vom Flughafen abholen konnte. Das hat dann meine chinesische Freundin Yang in die Hand genommen, ohne dass ich sie darum gebeten habe. Sie war ohnehin am Flughafen, weil sie gestern abgeflogen ist. Sie hat einem Taxifahrer Geld gegeben, ein Schild mit meinem Namen drauf gemalt, dem Taxifahrer gesagt er soll Andi mit diesem Schild abholen und ihn dann zum Hotel fahren. Sie hat das einfach so gemacht. Voll nett!!! 

Gestern Abend waren wir (alle Tutoren) mit Andi Feuertopf essen. Wow. Das war richtig scharf!!! Mhhhh . . .  Und ihm hats gefallen. Genauso hat er sich das vorgestellt. Eine lustige europäische 6er Runde in einem chinesischen Restaurant. Essen, lachen, diskutieren, Quatsch erzählen. 


22. September 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 06:22

Voilà! Mein erstes maßgeschneidertes Kleid ist fertig. Es ist sooo schön. Fotos auf flickr.com.

Yang und ich haben unsere Kleider bei Oma in der Schlafstube anprobiert; sie mußten noch etwas abgenäht werden. Zwischenzeitlich sind wir was essen gegangen: Heute gab es Hund!!! Ja, ich habe es getan. Hundefleisch ist faserig und hat irgendwie einen komischen Nachgeschmack. Würd ich also nicht nochmal unbedingt bestellen. Aber es gab auch Jouze (ich bin nicht sicher, ob das so richtig geschrieben ist). Auf jeden Fall sind das gefüllte Teigtaschen; die ißt man hier sehr oft. Ähnlich wie Maultaschen. Unterschiedlich gefüllt mit Fleisch und/oder Gemüse. I love it. 

Schönen Tag zusammen!


19./20./21. September 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 17:43

Ein schönes Wochenende in Taiyuan. Am Freitag waren wir Bowling spielen. Die Bowlingkugeln haben auch hier 3 Löcher; nur die Bahn ist etwas schief ;-D. Und Schuhe muss man auch ausleihen. Bähhhh. Ich hasse diese mit Schweiß getränkten Botten, und dann noch chinesischer Schweiß. Aber nach ein paar Bierchen vergißt man auch das. 

Samstag Morgen hatte ich dann endlich mal Zeit, Wäsche zu waschen: Handwäsche!!! Ich bin nicht sicher, wie die Frauen das früher gemacht haben, ich habe auf jeden Fall an beiden Zeigefingern Blasen vom Wäsche rubbeln. Gelobt sei die Waschmaschine!

Nach den hausfräulichen Arbeiten bin ich mit einer chinesischen Freundin zu verschiedenen Schneidereien gefahren. Ich wollte mich nach Preisen für maßgeschneiderte Hosenanzüge, Kleider etc. erkundigen. Wir sind mit dem Taxi nach Nord-Taiyuan gefahren. Dort gibt es eine Straße, in der verschiedene Schneider/innen ihre Läden haben. Herrenanzüge kosten je nach Stoff zwischen 30 und 60 Euro. Damen-Hosenanzüge etwas günstiger. Ein Geschäft näht nur Kleider. Ich war sooo begeistert, dass ich mir ein typisch chinesisches Mandarin-Kleid schneidern lassen habe: ein langes, klassisch geschnittenes Kleid aus rotem, schillerndem Stoff mit traditionellem chinesischen Muster. Dieser Laden war mal wieder herrlich: Die ganze family war present. Oma hat meine Maße genommen; Opa saß auf einem Stuhl vor dem Geschäft und hat bei einem anderen Mann Akkupressur am Rücken durchgeführt; Sohn saß am Computer; Kind spielt in der Ecke; Laden ganz allgemein sehr chaotisch; viel Stoff; wenig Platz ;-D. Preis für Kleid mit Jäckchen: rd. 40 Euro. Heute kann ich es abholen. Ich bin gespannt. Ich werde es dann fotografieren und ins Netz stellen.

Samstag Abend waren wir wieder Feuertopf essen. Diesmal gab es u. a. -haltet euch fest-: Schildkröte. Es gibt ja Sachen hier zu essen, die erkennt man einfach nicht und ißt sie und erfährt erst hinterher was es war. Aber die Schildkröte hat man erkannt, denn sie wurde mit Panzer serviert. Sie war aufgeschnitten, die Innereien konnten entnommen werden und zum Schluß kam dann der Panzer in den Feuertopf. Ich habe sie nicht gegessen; das ging mir zu weit. Das haben die Tutoren-Jungs übernommen. Ich hatte noch genug von der Qualle, die ich einige Tage zuvor gegessen und dies erst hinterher erfahren habe. Qualle ist geschmacklos und wurde uns mit Erdnußsauce serviert. War lecker; aber is halt ne Qualle, igitt.

Anschließend ging es in die Karaoke-Bar. Wir hatten alle schon das ein oder andere Gläschen Wein und/oder Bier getrunken. Das lockert natürlich die Zunge beim Karaoke. Danach gab es dann noch eine kleine Etagen-Party bei uns zu Hause. Oh man . . . 

Und nach unserem chilligen Sonntag bin ich abends mit Bobo und Lukas zur Massage gefahren. Leute, das ist mal Service: Man kann spät abends hinfahren, braucht keinen Termin und wird auch nicht wie eine Nummer im Terminkalender behandelt. Man bekommt ein eigenes Zimmer, zieht sich dort erstmal die dort bereitgelegten Klamotten an (Fotos davon werde ich noch einstellen) und legt sich auf ein breites bequemes Dann kann man bei Bedarf den TV anschalten, heißes Wasser trinken und ein paar Sonnenblumenkerne knabbern. Und dann gehts los. 2 Stunden Massage von Kopf bis Fuß. Wirklich jede Stelle. Mein Masseur ist sogar mit seinen Füßen auf meinem Rücken gestiegen. Waaahnsinn. Bei einem Preis von 10,80 Euro hat die Massage durchaus Potenzial zum Sonntag-Abend-Ritual.

Eine schönen Start in die neue Woche wünsche ich euch allen! 


13./14./15. September 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 16:12

Unsere Reise nach Süd-Shanxi begann standesgemäß chinesisch: Der angemietete Klein-Bus kam etwas zu spät, was uns nach 2,5 Wochen China aber nicht mehr nervös macht. Nach der Ankunft standen einige chinesische Herren um den Bus und diskutierten ganz wild; vermutlich war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, wer den Bus fährt ;-D. Nach einem kurzen stop am Kiosk, um Reise-Proviant aufzufüllen (Bier, Cola, Kekse), ging es dann los.

Erster Halt: Jinci-Tempel. Waaahnsinn. Die Kulisse: Im Hintergrund die Berge und davor die Tempelanlage. Gegen Abend kamen wir in Pingyao an. Unser Hotel: Hammer. Typische kleine chinesische Hütten, in der Mitte ein Innenhof, chinesische Laternen. Ich habe Fotos gemacht; könnt ihr bei flickr.com anschaun.

Unser Busfahrer war echt der Knaller. Wir nannten ihn >Dieter<. Unser Dieter ist echt 'n Unikat (müsst ihr auch unbedingt auf flickr.com angucken). Dieter wollte am ersten Tag immer bestimmen, wo wir hinfahren sollen. Aber wir  haben Dieter dann mal geflüstert wo es lang geht ;-D Am nächsten Tag war Dieter viel viel besser drauf. Da waren wir nämlich bei den Mianshan-Tempeln. Das ist im Gebirge, ca. 2000 Meter hoch. Die Tempel sind in den Bergen integriert. Vielleicht habt ihr das schon mal in Reportagen oder in Büchern gesehen??!!! Herrlich. Es ist unfassbar, wenn man sich einen seiner Träume erfüllen darf. Ich hätte heulen können . . .

Witzig war auch das Gemeinschaftsleben: insgesamt 7 Leute (5 Tutoren, 2 Dozenten). Wenn man drei Tage nonstop zusammen ist, lernt man schon die ein oder andere Besonderheit der Menschen kennen . . . Da wir uns hier im Internet befinden, möchte ich auf Details verzichten ;-D Wir sind jedoch das perfekte Team: völlig unterschiedliche Charaktere, die aber in Sachen Humor, Interessen und Offenheit (fast) homogen sind.

Die Fahrten mit dem Bus waren echt der Hammer: Die Straßen sind schlimmer als zu DDR-Zeiten, der Bus selber ne Schrott-Laube. Ein kleiner Auszug zur Technik des Busses: Wir fahren von Mianshan zurück nach Pingyao und sind kurz vorm Hotel. Da meint ein Dozent, der vorne im Bus saß, wörtlich: "Die gute Nachricht ist, dass wir gleich da sind. Die schlechte Nachricht ist, dass die Bremsen nicht mehr gehen und Dieter seid ein paar Minuten nur noch mit der Handbremse bremsen kann.". Dieter, alte Hecke!!! Spinnst Du??? Der Dieter sagt natürlich kein Ton dazu und hält einfach bei der nächsten "Autowerkstatt" an. Ich weiß nicht, ob man zu dieser Garage mit Hund, Katze, Kindern, Nachbarn und Kochstelle überhaupt Werkstatt sagen kann ;-D Es ist so geil. Dieter und die Europäer halten an, die ganze Schar raus aus der Garage und auf uns zu. Eins, zwei drei war der Wagenheber unterm Auto und Mutti kommt mit einem Karton Ersatzteilen aus der Garage. Herrlich. Aber da wir ja sparen müssen und keine Zeit haben, wechseln wir nur eine Bremsscheibe ;-D Hauptsache es funktioniert ein bischen!!! Hat es ja dann auch . . . Und ich schwöre, den Rest wollt ihr gar nicht wissen, sonst bleibt euch das Herz stehen. Ich werde zum Thema Straßenverkehr mal noch ein extra Artikel schreiben. 

Morgen gehen wir auf eine Messe, auf der auch deutsche Aussteller sind. Ein bischen networking betreiben.

Bis morgen liebe Leute, haltet die Ohren steif!


Verkehr

— geschrieben von susanngoeschina @ 09:57

Heute möchte ich versuchen, euch den Straßenverkehr zu erklären ;-D

Es gibt Straßen. OK. Das ist die einzige Gemeinsamtkeit mit Deutschland.

Nehmen wir als Beispiel die Wucheng Straße. Die verbindet die Uni mit dem Zentrum. Zwei Spuren in jede Richtung; in der Mitte ein Grünstreifen, der in regelmäßigen Abständen für Wendemanöver unterbrochen ist.  

Zeitweise sind die beiden Spuren in Richtung Innenstadt stark befahren; ein richtiger Stau entsteht aber nicht. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Autofahrer ganz pragmatisch die Gegenfahrbahn benutzen. Jaaaa Leute. Die fahren dann einfach auf der Gegenspur und hupen. Und die Fahrradfahrer: Die fahren kreuz und quer. Eine Fahrbahnrichtung, Beleuchtung am Rad oder überhaupt ein verkehrssicheres Fahrrad kennen die nicht. Mit einem Fahrradhelm würden sie einen hier wahrscheinlich einsperren, da die Einstufung "geistesgestört" erfolgen würde. Und von den Fußgängern ganz zu schweigen:  Die laufen ohne irgendwo hinzuschaun. Und wenn ein Auto hupt? Jaaa, dagegen scheinen einige schon imun zu sein.

Die Autofahrer hupen aber IMMER. Wobei es in der Innenstadt auch Straßen gibt, auf denen hupen verboten ist (gekennzeichnet durch Schilder). Allerdings habe ich das Gefühl, es hält sich niemand dran ;-D. Hupen bedeutet hier aber nicht: "Fahr, du Arsch!" oder "Ej, bist du bescheuert?!". Hier dient Hupen einfach nur als Kommunikation wie z. B. "Achtung, ich bin auch da.". 

Rote Ampeln und Zebrastreifen: Diese beiden durchaus nützlichen Verkehrshilfsmittel dienen hier nur zur Dekoration. Geh nie, nie, nie bei grün über die Ampel, ohne vorher nach Norden, Osten, Westen und Süden zu schaun! Ab und zu halten Autos bei Rot. Aber die Zebrastreifen? Ohne Scheiß, daran hält sich NIEMAND. Sieht aber schön aus. Nur schwarze Straße wär ja öde.  

Interessant ist auch, dass es die Anschnallpflicht gibt, wie in Deutschland, sich aber wirklich keiner daran hält. Meine Theorie dazu: Wenn man sich anschnallt hat man einen Querstreifen aus Staub, Feinstaub, Sand und sonstige in der Luft vorhandene Partikel auf dem Pulli. Sehr ungünstig also bei der Fahrt zu einem Essen, Stadtbummel, Kinobesuch, Karokebesuch oder sonstigem ;-D. Ein Teufelskreis sozusagen: Weil sich niemand anschnallt, verstauben die Dinger. Und weil sie schon verstaubt sind, schnallt sich weiterhin niemand an. Alles klar? ;-D

Dem gegenüber steht jedoch das korrekte Verhalten bei der Anzahl der mitfahrenden Personen in einem Auto. Mehr als 5 (4 Gäste 1 Fahrer) in einem Taxi darf nicht -> geht aber. Wird z. B. ein Taxifahrer mit z. B. 5 Gästen erwischt, muss er 200 Yuan Strafe bezahlen (rd. 20 Euro). Bezogen auf sein monatliches Einkommen ist das eine wahnsinniger Verlust. 

Zusammenfassend möchte ich meine Begeisterung für dieses Verkehrssystem aussprechen!!! Denn: Es funktioniert. Ich habe bisher nur wenige Unfälle gesehen. Und bei denen, die ich gesehen habe, waren Fahrräder involviert -> die wurden von Autos umgemäht. Tja, Naturgesetz. Der Stärkere gewinnt. In diesem Sinne . . . ihr könnt das Prinzip ja mal ausprobieren ;-D


Infrastruktur, Einkaufen, Mondfest

— geschrieben von susanngoeschina @ 12:06

Heute wollte ich euch mal etwas über unsere Stadt schreiben. Taiyuan hat so um die 4 Mio. Einwohner. Die ganze Stadt ist ein Mix aus alten chinesischen Vierteln und neuen ultra-modernen Hochhaussiedlungen. Es werden Bürogebäude und Wohnsiedlungen gebaut. Ich denke, das werden Wohnsiedlungen ähnlich wie in Shanghai oder Hongkong. Dort haben die Straßen Hausnummern bis zu über 1000. Wow, ich meine über 1000 Häuser. Dann bilden einzelne Wohnblöcke eine Wohnsiedlung, die wiederum eine separate Siedlungsnummer haben. Die Siedlungen sind bewacht und man kommt als Fremder nur mit "Einladung" rein. Und angeblich stehen an den Wohnblocks keine Namenschilder. Also dort jemanden zu besuchen scheint sich schwierig zu gestalten ;-D

Und von wem werden die Hochhäuser gebaut? Genau, von Wanderarbeitern. Wie man es im TV sieht. Das ist UNGLAUBLICH. Vor den Baustellen sind Zelte aufgebaut. Dort hausen die Arbeiter immer Sommer und Winter!!! Gesellschaftliches Leben findet vorm Zelt statt, auch Kochen. Das ist wirklich emotional schwer zu verarbeiten für mich als Europäerin. 

Ansonsten ist die Stadt bunt!!! Überall blinkende Sachen und ein einziges Durcheinander. Lustig, lustig, lustig. Es ist alles soooo anders. Das Sortiment im Supermarkt macht Spaß: Man hat (fast) keine westlichen labels. Man ist "gezwungen" (das meine ich positiv), chinesische Produkte einfach auszuprobieren; und das bei Schriftzeichen, die man nicht versteht. Englische Übersetzung? forget it!!! Das ein oder andere Produkt habe ich ausprobiert,  jaaa und es war was anderes als erwartet ;-D

Am Sonntag ist "Mondfest". Das ist der 15. Tag des 8. Mondmonats. "midherbst" oder sowas wie "Erntedankfest". Chinesische Familien feiern dies mit viel Essen und gemütlichen Beisammensein. Dazu ißt man u. a. Mondkuchen. Das ist ein süßes Gebäck gefüllt mit Nüssen, Sesam und Honig (und noch irgendwelchen anderen Sachen). Den Mondkuchen bekommt man derzeit überall in den Geschäften zu kaufen. Familien backen ihn aber auch selber. Eine Studentin hat mir heute Mondkuchen von zu Hause mitgebracht. Und die Uni-Leitung hat uns ebenfalls einen ganzen Karton geschenkt. Lecker. Gut gut. Die verrückten Deutschen werden das Mondfest also in Pingyao feiern . . .  


Angekommen

— geschrieben von susanngoeschina @ 05:17

Angekommen in zweierlei Hinsicht:

Unsere liebe Mit-Tutorin Admira ist nun auch in Taiyuan gelandet. Sie hatte Probleme mit dem Pass. Nun sind wir vollständig.

Und ich bin auch angekommen, gedanklich in China. Gestern bin ich mit dem Taxi quer durch Taiyuan gefahren und habe das erste mal die Dimension meiner Reise gecheckt. Gestern Nachmittag hatten Marcus und ich frei und wir waren in einem urbanen Viertel von Taiyuan. Ganz zufällig dort gelandet. Wir wollten eigentlich auf einen sogenannten "Kleidermarkt", sind dann aber in einem typisch chinesischen Viertel gelandet: Viele kleine Märkte, die Menschen sitzen auf der Straße und essen die vor Ort gekochten, herrlich duftenden und qualmenden Speisen. Zu den Geschäften würde man in Deutschland Hütte oder Bude sagen.  Es gab einen Stand, da gab es nur Klebestreifen zu kaufen ;-D Dann wieder ein Stand nur mit Plastikschüsseln in allen Farben und Varianten. Herrlich frische Gemüse- und Obststände. Dann sieht man mal wieder eine Mutter die ihr kleines Kind einfach zum pinkeln mitten auf dem Weg hält. Dann mal wieder ein Opa der sich zum chillen in die Ecke seines Ladens gelegt hat, dann Frauen die den neusten Tratsch austauschen. Ein Traum . . .

Danach waren wir total fertig, aber positiv. Der ganze Informations-input ist sehr anstrengend.
Dafür kann ich meistens gut schlafen ;-D

Momentan planen wir unsere ersten Reisen. Am Wochenende fahren wir nach Pingyao und Anfang Oktober fahre ich mit Andi und den anderen nach Shanghai. Die Planung hier gestaltet sich allerdings etwas schwieriger als in good old germany. Reisen ist hier echt noch Abenteuer . . . 


8./9. September 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 11:05

Zum ersten mal bin ich ALLEIN Taxi gefahren. Ich also rein in die Schüssel bewaffnet mit meinem Zettel, auf dem nur chinesische Zeichen standen, die ich immer noch nicht lesen kann; leider. Der Taxi-Fahrer versucht mich auf chinesisch zu unterhalten bis ich ihm klar gemacht habe, dass ich ihn nicht verstehe. Wir haben beide gelacht und sind dann mit Musik eines chinesischen Radiosenders durch die Stadt geeiert. Er hat mich Gott sei Dank an mein gewünschtes Ziel gebracht. 

Und zwar zu dem Restaurant, in das wir von Frau Yang Lu, eine chinesische Dozentin, zum Essen eingeladen wurden. Dort wurde uns eine Show zur Herstellung von Nudeln vorgeführt. Der "Nudelmacher" ist sehr berühmt in unserer Provinz Shanxi. Ich würd mal sagen, der hats echt drauf ;-D. Er hat gezeigt, wie man lange, kurze, dicke, dünne, bunte, spitze, runde etc. Nudeln macht. Zum essen konnten wir unsere "Lieblingsnudel" wählen. Mhhhhh

Anschließend waren wir in einem Karaoke Club. Interessantes Prinzip: man mietet einen der Karaoke-Räume, die mit Flachbildschirm, touch-screen-Musikbox, Couch und ner fetten Musikanlage ausgestattet sind. Dann kann man Bier, Popcorn und die üblichen chinesischen Knabbereien kaufen und los gehts . . . Anfangs waren wir noch gehemmt. Aber nach dem ersten Bier haben wir alle bekannten Klassiker auf und ab gesungen. Daran werde ich mich auf jeden Fall gerne gewöhnen ;-D 


Fotos

— geschrieben von susanngoeschina @ 04:51

Unter dem Punkt "Galerie" (rechte Seite) findet ihr einen link, unter dem ich aktuelle Fotos ablege.

Viel Spaß beim schnüffeln! 

 

 


Studenten & Campus

— geschrieben von susanngoeschina @ 05:29

Momentan behandele ich in den Tutorien interkulturelle Verständigung. Da die Studenten zu wenig Deutsch im Unterricht sprechen habe ich mir mal wieder eine schöne Gruppenarbeit überlegt, bei der alle deutsch reden müssen :-D Alle sollten sich Gedanken machen, welchen "Kulturschock" sie in Deutschland erleben werden. Resultat waren Themen wie Essen gehen, Einkaufen im Supermarkt, Auto fahren etc. Die einzelnen Gruppen bestanden aus 5-6 Personen. Die Gruppen haben sich ein kleine Geschichte zum jeweiligen Thema überlegt und als Theaterstück aufgeführt. Was ist da gesehen habe, hat mich wirklich sehr gerührt. Die Studenten haben sich so große Mühe gegeben. Es war alles detailiert durchdacht. Z. B. war eine Szene beim Bezahlen im Restaurant. Da fragt die Kellnerin die Gäste, ob sie zusammen oder getrennt bezahlen möchten. Die Gäste gaben zur Antwort: "Natürlich getrennt. Wir sind ja in Deutschland.". Soooo süß. Alle Aufführungen waren sehr detailverliebt.

Übrigens: Ihr kennt doch alle das englische Weihnachts-Lied "Jingle bells". Eine in chinesisch abgewandelte Version davon erklingt als Pausenklingel in der Uni. Lustig . . . 

Heute ist Sonntag und wir werden Taiyuan und Umgebung weiter erkunden. Ich berichte . . .


5./6. September 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 05:09

Erinnerungen an zu Hause:

Gestern war ich auf dem Weg vom Uni-Gebäude nach Hause. Beim Verlassen des Uni-Gebäudes durchfuhr mich ein wohliges Gefühl. Irgendwas habe ich mit zu Hause assoziiert. Nach ein paar Sekunden war es klar: Das Geräusch eines Rasenmähers in Kombination mit dem Geruch des frisch gemähten Rasens. Jaaa. Chinesische Rasenmäher hören sich genauso an wie deutsche :-D. Komisches Gefühl.

Gewöhnungsbedürftig ist, dass es hier morgens kein warmes Wasser gibt, weil die Chinesen abends duschen. Aber morgens nach dem joggen muss ich ja duschen, sonst wirds komisch . . . Aber kalt duschen ist ja gesund . . . Ach und ich vermisse meinen Bademantel. Ich werde mir bestimmt hier einen kaufen. 

Ich höre gerade Radio "Sputnik" übers www und gehe gleich mal auf den Campus. Hier ist heute der Empfang der Erstsemestler. 

Schönes Wochenende zusammen. Eure Susann 


4. September 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 05:25

Ich habe es geschafft: In der hektischen Mensa habe ich mir ALLEIN mein Essen bestellt. Sonst hat das immer die Bobo (Tutorin) gemacht, sie kann etwas Chinesisch. Mhhhh. Es war wieder so lecker. Schweinfleisch, Gemuese, Reis, alles scharf. Die bereiten jedes einzelne Essen in der Mensa frisch zu. Wow. Hinter der Theke sieht es aus, wie eine Gemuesegarten.

Uebrigens: ich esse mit Staebchen, als haette ich nie was anderes gemacht :-) Die Chinesen sind glaube ich immer ganz verwundert, wenn Sie uns mit den Staebchen sehen. Sie glauben vielleicht, wir koennen das nicht. Hihi

Gestern Nachmittag war ein wahnsinniges Gewitter mit Regen, was aber schnell voruebergezogen ist. Da hier im Moment alle Strassen im Bau sind und demzufolge nur aus Staub bestehen, war hier gestern alles ueberschwemmt und eine einzige Schlammkuhle. Einige Studenten konnten auch nachmittags nicht zum Tutorium kommen, weil die Strassen ueberschwemmt waren :-D Hammer . . .


2./3. September 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 04:37

Um mich so richtig heimisch zu fuehlen, muss ich natuerlich Sport treiben. Die Moeglichkeiten hier auf dem Campus sind hervorragend: einen riesigen Sportplatz mit Laufbahn, Tischtennis (Paula: komm schnell her :-D), Basketball, Schwimmhalle, Fitnessraum.

Es ist uuuuuuuuuuuunglaublich. Die Chinesen sind topfit. Ich stehe morgens gegen 6 Uhr auf und laufe zum Sportplatz. Auf dem Weg dort hin treffe ich viele aeltere Menschen, die Thai Chi oder aehnlich Uebungen machen. Ich glaube, dass die aelteren Menschen hier in der Umgebung wohnen und auf den Campus kommen, um Sport zu treiben. Auf dem Sportplatz angekommen laufen dort schon die ersten Studenten ihre Runden, spielen Federball, Basketball oder Fussball. Alle wirken froehlich, vital, gluecklich. Die jungen und aelteren Menschen treffen sich, begruessen sich freundlich, lachen zusammen, erzaehlen und treiben Sport. Alle wirken kommunikativ. Niemand macht einfach nur sein Ding. Heute Morgen hat mich auf dem Sportplatz ein aelterer Mann auf chinesisch angesprochen. Leider konnte ich mich nicht mit ihm unterhalten :-D Ich muss jetzt dringend Vokabeln lernen. Aber wir haben einfach beide gelacht und uns froehlich zugezwinkert . . .

Die Tutorien laufen weiterhin super. Gestern habe ich ein Experiment gewagt: Ich habe meine Klasse in 3 Gruppen aufgeteilt und in den Gruppen Punkte ausarbeiten lassen. Anschliessend haben wir mit diesen Punkten ein Tafelbild erarbeitet. Ich hoffe, es hat den Studenten Spass gemacht. Auf jeden Fall waren sie irretiert. Sie kennen glaube ich keine Gruppenarbeit.

Danke uebrigens an alle, die fleissig Kommentare schreiben. Da freu ich mich sehr drueber.

Ich geh jetzt in die Mensa essen. Das ist immer sehr spannend :-D Berichte ich euch morgen . . .


1. September 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 04:25
Heute ist Semesterbeginn und wir stellen uns morgens 8 Uhr allen Studenten vor -> ganz offiziell mit der Uni-Leitung. Alle sind etwas nervös. Aber was dann passiert, hätte ich mir im Traum nicht vorgestellt. Wir gehen in den vollen riesigen Vorlesungssaal, ganz offiziell chic gekleidet. Als wir eintreten klatschen ALLE Studenten. Gänsehaut. Dann hält der chinesische Rektor eine Rede und dann haben wir uns am Mikro vorgestellt. Ein riesige Ehre . . . Wow!!!

Nachmittags dann das 1. Tutorium: Ich war ziemlich aufgeregt vor der ersten Stunde. Meine Angst bestand hauptsächlich darin, dass die chinesischen Studenten mich nicht verstehen. Um erstmal abzuchecken, wie gut sie Deutsch sprechen, habe ich eine Vorstellungsrunde veranstaltet. Zuerst habe ich mich (nochmal) vorgestellt und habe dann alle gebeten, sich ebenfalls vorzustellen. Das hat gut funktioniert. Ansonsten bin ich es ganz locker angegangen und wir haben über kulturelle Unterschiede gesprochen. Ich habe z. B. erzählt, wie sich Familienleben, Kultur und Bildung in Deutschland gestaltet. Danach habe ich die Studenten gebeten, mir zu erklären, wie das in China ist. Hat gut funktioniert ;-D Puhhh. Geschafft . . .

Abends das 2. offizielle Essen: Wir und die Uni--Direktoren sowie Leute von der Partei: OK. Schon wieder ein offizielles Essen. Emotional und körperlich fühlte ich mich nach diesem Tag nicht dazu bereit; aber da muss man durch. Wir saßen wieder an einem runden Tisch; in der Mitte die Platte zum drehen mit dem Essen drauf. Und ständig werden Freundlichkeiten ausgetauscht. Ein Mix aus Chinesisch, Englisch und Deutsch. Der Gastgeber steht auf und hebt das Glas und teilt mit, worauf getrunken wird. Dann steht wieder jemand anders auf und dann wieder und wieder . . .  Ein einziges Essen und Trinken. Herrlich gemütlich. Einfach sehr gesellig. Die freundliche Kommunikation steht absolut im Vordergrund!!!

Jetzt sitz ich in meinem Zimmer und mir geht es seit der Ankunft das erste mal nicht so gut. Ich habe grad noch ein Geschenk aufgemacht und musste weinen. Aber das ging schnell wieder weg . . . Unser Professor und andere Leute standen mit Bier vor meinem Zimmer ;-D Alle mal rein, drauf aufs Bett und los geht die Party . . . Gute Gemeinschaft

Ich denk an euch.

Fortsetzung 31. August 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 07:20

. . . zu unserem ersten offiziellen Essen sind wir standesgemäß mit einem Moped mit Anhänger (sieht aus wie eine Rikscha) gefahren ;-D. Wir haben soooo gelacht. Die Leute haben uns angesehen, als wären wir total bekloppt. Diese Teile sind für 2 Personen vorgesehen. Wir saßen allerdings mit 4 Personen drauf.

Als wir die story unseren chinesischen Kollegen erzählten, haben die nur die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. Die meinten, dass mit diesen "Rikschas" noch nicht mal die Chinesen fahren, weil es bei dem Verkehr zu gefährlich ist. Aber wir hatten unseren Spaß und sind unverletzt . . .

Das Essen war wie erwartet großartig. Wir haben ca. 3 Stunden aus dem Feuertopf gegessen. Jeder hatte also wieder seinen eigenen Topf und konnte die aufgetischten Sachen, die in der Mitte des Tisches auf einem Drehteller standen, selber kochen. Köstlich . . .


31. August 2008:

— geschrieben von susanngoeschina @ 09:35

Danke, dass ihr mit mir zu kulando.de umgezogen seid. Leider kann ich aus China nicht auf wordpress.com zugreifen.

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Unglaublich. Heute wache ich auf und es ist tatsächlich strahlend blauer Himmel und ca. 25 Grad Celsius. Kein Smog. Ein richtiger Sommertag.

Also auf zum ersten chinesischen Frühstück: Warme Suppe, Teigtaschen, eingelegter Chinakohl. Das ist sowas mal zum Frühstück runterkriege hätte ich auch nicht gedacht. Bekommt dem mitteleuropäischen Magen aber sehr gut. Überhaupt hat noch niemand von uns bisher Magen-Darm-Probleme.  

Dann sind wir mit dem Taxi zu einer Tempelanlage gefahren und danach in einen riesigen Park mitten in der Stadt. Dort konnten wir chinesische Brautpaare beim Fotoshooting beobachten und eine Tai-Chi-Lehrerin mit ihrem Schüler. Cool. Das gibt es wirklich!!! Außerdem haben die sowas wie einen Heide-Park in den Park integriert. Unsere Jungs haben dann gleich mal die Achterbahn und andere Fahrgeschäfte mitgenommen. Ich bin nur Riesenrad gefahren. Das reicht ;-D Wenn man die Technik mal genau unter die Lupe nimmt wird einem übel . . . rostig, wackelig, wenig vertrauenserweckend ;-D 

Heute Abend kommt unser Prof. aus Deutschland an und wir werden mit unserer chinesischen Ansprechpartnerin Frau Wang und ihm typisch chinesisch essen gehen. Ich werde berichten . . .


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